K. 74g

Sinfonie Nr. 54 in B-Dur (zweifelhaft), K. 74g

by Wolfgang Amadeus Mozart

Portrait of Mozart aged 13 in Verona, 1770
Mozart aged 13 at the keyboard in Verona, 1770

Die Sinfonie in B-Dur (K. 74g) ist ein kurzes, viersätziges Werk, das ohne Autograph überliefert ist und heute als Stück zweifelhafter Authentizität gilt; mitunter wird es als „Sinfonie Nr. 54“ gezählt. Meist wird es um 1771 in Salzburg eingeordnet – Mozart war damals etwa fünfzehn –, doch die erhaltene Quellenlage lässt die Urheberschaft offen.

Hintergrund und Kontext

Die Sinfonie in B-Dur, K. 74g, lässt sich am ehesten als jugendliche Salzburger Sinfonie verstehen, die möglicherweise von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) stammt, deren Autorschaft jedoch ungeklärt bleibt. Moderne Werkverzeichnisse und Ausgaben markieren sie ausdrücklich als zweifelhaft, behandeln die Musik aber weiterhin als überliefert und aufführbar.[1][2]

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Mozarts Salzburg in den frühen 1770er Jahren war ein praxisnahes Ausbildungsfeld: Orchesterstücke sollten von den örtlichen Kräften gut zu bewältigen, rasch zu erfassen und im höfischen Rahmen wirkungsvoll sein. K. 74g entspricht diesem Profil in Umfang und Anlage, auch wenn seine dokumentarische Basis dünner ist als bei sicher zugeschriebenen Sinfonien aus derselben Zeit.[1][3]

Musikalischer Charakter

K. 74g folgt dem vertrauten frühklassischen viersätzigen Sinfoniemodell, wobei Tanz- und tempo-Kontraste wichtiger sind als groß angelegte dramatische Entwicklung:

  • I. Allegro (3/4)
  • II. Andante (2/4)
  • III. Menuet (3/4)
  • IV. Allegro molto (2/4)[2]

Auch die Besetzung ist für eine frühe Salzburger Sinfonie typisch: zwei Holzbläser (angegeben als zwei Oboen oder zwei Flöten), zwei Hörner und Streicher; historisch informierte Aufführungen würden den Bass häufig zudem mit Fagotten und – sofern vorhanden – einem Tasteninstrument als Continuo verstärken.[2]

Unabhängig davon, welchen Namen man auf dem Titelblatt ansetzt, wirkt die Musik wie eine kompakte „Gebrauchssinfonie“: strahlende B-Dur-Klänge, zupackende Ecksätze und ein mittleres Andante sowie Menuet, die für Kontrast sorgen, ohne den bescheidenen Rahmen des Werks zu sprengen (in der Aufführung etwa eine Viertelstunde).[2]

Stellung im Werkverzeichnis

K. 74g steht innerhalb jener Gruppe früher Sinfonien, deren Zuschreibung seit Jahrzehnten diskutiert wird und die in modernen Referenzwerken und Ausgaben weiterhin mit Vorsicht behandelt werden.[1][4] Für Hörerinnen und Hörer, die Mozarts Entwicklung in den Teenagerjahren nachverfolgen, ist das Stück vor allem als Einblick in die stilistische Welt nützlich, in der er um 1771 in Salzburg arbeitete – selbst wenn das letzte Wort zur Autorschaft aussteht.[3]

[1] Mozarteum Köchel-Verzeichnis entry for KV 74g (status, dating range, authenticity note)

[2] Wikipedia: “Symphony, K. 74g (Mozart)” (movements, scoring, duration, basic attribution history)

[3] Digital Mozart Edition (Mozarteum): New Mozart Edition, Work Group 29 “Works of Dubious Authenticity” (editorial discussion of doubtful works incl. KV 74g)

[4] Wikipedia: “Mozart symphonies of spurious or doubtful authenticity” (context list including K. 74g / Anh.C 11.03)