K. 589a

Satz fĂŒr ein Streichquintett in B-Dur (K. 589a)

von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Mozarts Satz fĂŒr ein Streichquintett in B-Dur (K. 589a) ist als kurzes, in sich geschlossenes Allegretto ĂŒberliefert – ein ergĂ€nzender Satz, dessen wahrscheinlichster Platz im Umfeld der spĂ€ten „Preußischen“ Quartette liegt, insbesondere beim Streichquartett in F-Dur, K. 590. Das Fragment ist von bescheidenem Umfang, eröffnet aber einen klaren Blick auf Mozarts gewandte spĂ€tklassische Kunst des „GesprĂ€chs“ zwischen den Streichern.

Hintergrund und Kontext

Mozart scheint dieses Allegretto in B-Dur als zusĂ€tzlichen Satz fĂŒr einen fĂŒnfstimmigen Streichersatz (2 Violinen, 2 Bratschen, Violoncello) entworfen zu haben, und die moderne Katalogisierung bringt es unmittelbar mit dem Streichquartett Nr. 23 in F-Dur, K. 590 in Verbindung – also als Material, das „in Verbindung“ mit diesem Quartett gedacht war, nicht als eigenstĂ€ndiges, veröffentlichtes Quintett.[1] Der ĂŒberlieferte Notentext ist knapp (in dem verbreiteten Scan zwei notierte Seiten), was mit erklĂ€rt, weshalb er sowohl in der AuffĂŒhrungspraxis als auch in der Forschung randstĂ€ndig geblieben ist.[2]

Auch wenn Ă€ltere Nachschlagewerke gelegentlich ein frĂŒheres Wiener Datum kursieren lassen, weist die belegte Verbindung zu K. 590 ĂŒberzeugender in Mozarts spĂ€te Wiener Kammermusikwelt – in jene Zeit, in der er mit besonderem GespĂŒr fĂŒr die tieferen Stimmen und fĂŒr die kultivierte, „höfische“ OberflĂ€che des Quartettstils schrieb.[1]

Musikalischer Charakter

Die Satzbezeichnung (Allegretto) und die Tonart B-Dur verorten das StĂŒck in Mozarts freundlichstem, ungezwungenem Register: eher mittleres Tempo und liedhafte Gangart als dramatisches Allegro.[2] Am auffĂ€lligsten ist auf dem Papier die Textur: Statt die zusĂ€tzliche Bratsche lediglich zur Verdichtung einzusetzen, schreibt Mozart ein wirkliches Quintettgewebe, in dem die Mittelstimmen die Melodie beantworten, abstĂŒtzen oder leicht imitieren können – eine Vorgehensweise, die man aus seinen reifen Streichquintetten kennt und die selbst auf kleinem Raum das GefĂŒhl des „GesprĂ€chs“ verstĂ€rkt.

Wenn K. 589a tatsĂ€chlich als alternativer oder einfĂŒgbarer Satz im Umfeld von K. 590 skizziert wurde, ergibt sein Umfang auch musikalisch Sinn: Er kann als anmutige, intermezzoartige Einlage fungieren, die die Palette des Quartetts auf fĂŒnf Stimmen erweitert, ohne den Grundton der souverĂ€nen spĂ€ten Mozart’schen Kammermusik zu verĂ€ndern.[1]

[1] Wikipedia: Köchel catalogue entry listing K. 589a as a movement for a string quintet in B♭ “in conjunction with K. 590,” with dating context.

[2] IMSLP work page for K.Anh.68/589a (scan and NMA publication details), noting key and surviving extent.