Offertorium in C, âBenedictus sit Deusâ (verschollen / zweifelhaft), K. 47b
di Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Offertorium âBenedictus sit Deusâ (K. 47b) wird traditionell nach Wien ins Jahr 1768 gesetzt, als der Komponist zwölf Jahre alt war; es ist jedoch in einem unsicheren dokumentarischen Zustand ĂŒberliefert und gilt seit Langem als verschollenes Werk zweifelhafter Echtheit. SpĂ€tere Forschungen haben zudem vorgeschlagen, dass K. 47b in Wirklichkeit mit einem erhaltenen Offertorium identisch sein könnte, das als K. 117 (66a) ĂŒberliefert ist â was sowohl Datierung als auch Zuschreibung zusĂ€tzlich verkompliziert.[1]
Hintergrund und Kontext
Wolfgang Amadeus Mozart (1756â1791) verbrachte einen groĂen Teil des Jahres 1768 mit seiner Familie in Wien â eine Zeit, in der auch mehrere umfangreichere geistliche Werke entstanden, darunter die Waisenhausmesse (Missa solemnis in c-Moll, K. 139/47a) und das Offertorium Veni Sancte Spiritus, K. 47.[2][3] In diesem Wiener Umfeld verzeichnen Kataloge ein Offertorium in C-Dur mit dem Titel âBenedictus sit Deusâ, K. 47b â allerdings ohne eine im ĂŒblichen Sinn erhaltene Partitur und mit der zusĂ€tzlichen Schwierigkeit, dass seine Echtheit hĂ€ufig als zweifelhaft gilt.
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Ein Strang der modernen Editions- und AuffĂŒhrungstradition bringt dieses âverscholleneâ K. 47b mit dem erhaltenen Benedictus sit Deus in Verbindung, das als K. 117 (66a) ĂŒberliefert ist, mit einer Autograph-Quelle in der Staatsbibliothek zu Berlin vorliegt und in der Neuen Mozart-Ausgabe publiziert wurde.[4] Nach dieser Auffassung ist K. 47b weniger ein ungreifbares Fragment als vielmehr ein Schatteneintrag fĂŒr ein Werk, das unter einer anderen Köchel-Nummer erhalten ist â auch wenn weiterhin Uneinigkeit darĂŒber besteht, ob die Komposition nach Wien (1768) oder Salzburg (1769) gehört.[5]
Musikalischer Charakter
Wenn man K. 47b als identisch mit dem erhaltenen Benedictus sit Deus (K. 117/66a) versteht, handelt es sich um ein knappes Offertorium in C-Dur fĂŒr Sopransolo und gemischten Chor (SATB) mit Orchester und Orgel â im Kern eine festliche Erweiterung der kirchenmusikalischen âTrioâ-Textur, bereichert um zusĂ€tzliche Klangfarben (insbesondere Flöte).[5][6] Die liturgische Funktion der Gattung ist unmittelbar: Ein Offertorium begleitet die Bereitung des Altars und bevorzugt typischerweise deutliche Deklamation, knappe FormverlĂ€ufe sowie einen hellen, bejahenden Affekt, der dem benediktionalen Text entspricht.
Ăber diese Allgemeinheiten hinaus hĂ€ngt eine belastbare Beschreibung der musikalischen âSeiteâ von K. 47b davon ab, ob man die Ăbereinstimmung mit K. 117/66a akzeptiert; ohne diese Identifizierung bleibt K. 47b musikalisch praktisch nicht zu beschreiben. Selbst unter der Konkordanz-Hypothese sollten die umstrittene Datierung und die Ăberlieferungsgeschichte dazu fĂŒhren, das Werk mit Vorsicht zu hören: als plausibles Beispiel fĂŒr Mozarts jugendlichen geistlichen Stil, nicht als sicher dokumentierter Markstein.
[1] Juilliard Store product note stating that recent research identifies the offertory âBenedictus sit Deusâ K. 117 (66a) as identical to the previously lost âOffertoryâ K. 47b.
[2] Wikipedia: Mass in C minor, K. 139 âWaisenhausâ (context for Vienna 1768 sacred works).
[3] Wikipedia: Veni Sancte Spiritus, K. 47 (Vienna 1768 offertory context).
[4] Digital Mozart Edition (Mozarteum): NMA Minor Sacred Works PDF mentioning the autograph of âBenedictus sit Deusâ KV 117 (66a = 47b) in the Berlin State Library.
[5] Edition Kainhofer page summarizing scholarly disagreement (Vienna 1768 vs Salzburg 1769) and giving scoring for Benedictus sit Deus, K. 117.
[6] IMSLP work page for Benedictus sit Deus, K. 117/66a, including basic instrumentation and note about possible Vienna 1768 occasion.




