K. 290

Marsch in D-Dur (Auftakt zu K. 167A), K. 290

av Wolfgang Amadeus Mozart

Miniature portrait of Mozart, 1773
Mozart aged 17, miniature c. 1773 (attr. Knoller)

Mozarts Marsch in D-Dur (K. 290) ist ein kurzer, zeremonieller Auftakt, entstanden 1772 in Wien, als der Komponist 16 Jahre alt war. In Quellen überliefert, die ihn mit dem Divertimento K. 205 verbinden (oft gemeinsam als K. 290/167AB katalogisiert), zeigt er Mozart bei funktionaler Freiluftmusik in ungewöhnlich schlanker, praktisch ausgerichteter Besetzung.

Hintergrund und Kontext

1772 – im Alter von sechzehn Jahren – hielt sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) über längere Zeit in Wien auf und erprobte sein Können in Gattungen, die ebenso sehr höfischen und gesellschaftlichen Anlässen dienten wie dem Konzertsaal. Der Marsch in D-Dur (K. 290) gehört in diese zweckgebundene Sphäre: ein kurzer, prozessionsartiger Satz, den die Neue Mozart-Ausgabe mit dem Divertimento in D, K. 205, zusammenstellt und damit nahelegt, dass er als „Einzug“ in die größere Divertimento-Folge fungierte.[1]

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Musikalischer Charakter

K. 290 ist im Kern für Streicher mit zwei Hörnern gesetzt – die Hörner liefern den hellen, „open-air“-Charakter, der zu einem Marsch in D-Dur passt.[2] Das Material zielt auf Verständlichkeit und Tragfähigkeit statt motivischer Komplexität: feste Tonika-Dominante-Harmonien, ein kantiger, regelmäßig gegliederter Phrasenrhythmus und eine Melodik, die schrittweise Bewegung sowie dreiklangliche Umrisse bevorzugt – typisch für zeremonielle Schreibweise des 18. Jahrhunderts. Klanglich wechselt die Anlage zwischen homophonen Blöcken (akkordische Stütze unter einer klaren Oberstimme) und kurzen, echoartigen Antworten, die den Puls zusätzlich konturieren. Als Auftakt zu einem Divertimento besteht seine Aufgabe weniger darin, Gedanken „zu entwickeln“, als vielmehr einen öffentlichen, selbstbewussten Ton zu setzen – Musik, die dazu gemacht ist, gehört zu werden, während Menschen eintreffen, sich bewegen und zur Ruhe kommen.

Stellung im Werkverzeichnis

Im Zusammenhang mit K. 205 gehört, zeigt der Marsch Mozart in einem höfischen Idiom, das er weiter verfeinern sollte: kompakte Formen, deutlich profilierte Tonarten und Instrumentalfarbe, die auf unmittelbare Wirkung zielt statt auf symphonisches Argument.[1] Die schlanke Besetzung (Streicher plus zwei Hörner) rückt ihn zudem in die Nähe anderer, stärker „wienerisch“ geprägter Divertimento-Traditionen der frühen 1770er Jahre – Musik zwischen kammermusikalischer Unterhaltung und Freiluftzeremoniell.[2]

[1] Digital Mozart Edition (Mozarteum): NMA VII/18 table of contents showing March K. 290 grouped with Divertimento K. 205 (K.6: 167A/167AB).

[2] IMSLP work page for March in D major, K. 290/167AB, including year (1772), key, and scoring detail (2 horns, strings).