K. 289

Divertimento Nr. 16 in Es-Dur (zweifelhaft), K. 289

von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart with Golden Spur medal, 1777
Mozart wearing the Order of the Golden Spur, 1777 copy

Das Divertimento Nr. 16 in Es-Dur (K. 289, auch als K. 271g katalogisiert) ist ein kompaktes viersĂ€tziges Werk fĂŒr sechs BlĂ€ser, das lange mit Salzburg im Jahr 1777 verbunden wurde, als Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) 21 Jahre alt war. In der neueren Forschung ist die Zuschreibung allerdings in Frage gestellt worden; dennoch bleibt das StĂŒck ein aufschlussreiches Beispiel fĂŒr die Freiluft-BlĂ€sermusik des spĂ€ten 18. Jahrhunderts in einem verbindlichen, serenadenhaften Ton.

Hintergrund und Kontext

1777 stand Mozart in Salzburg noch im Dienst des Erzbischofs Colloredo und schrieb fĂŒr eine Hofkultur, die praktische, gesellige Musik fĂŒr Tafelrunden, Gartenveranstaltungen und reprĂ€sentative Zeremonien schĂ€tzte. K. 289 gehört in diese funktionale Welt der BlĂ€ser-Divertimenti: Musik, die im Freien deutlich tragen sollte, fĂ€hige Hofmusiker vorteilhaft zur Geltung brachte und leichte AusfĂŒhrbarkeit mit so viel kontrapunktischer Kunst verband, dass aufmerksames Hören belohnt wurde. Moderne kritische Forschung hat Zweifel daran geĂ€ußert, ob Mozart tatsĂ€chlich der Autor ist; am besten hört man das Werk daher als „mozartisch“ und nicht als gesichert Mozart—idiomatisch nahe am Salzburger BlĂ€serrepertoire, aber nicht ohne Frage.[2]

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Musikalischer Charakter

Die Besetzung—BlĂ€ser: 2 Oboen, 2 Fagotte, 2 Hörner—verortet das Werk eindeutig in der Harmonie-Tradition: Die Hörner liefern harmonische Pfeiler und das helle Es-Dur-Leuchten, wĂ€hrend die paarweise gefĂŒhrten Rohrblattinstrumente den grĂ¶ĂŸten Teil des melodischen und dialogischen Materials ĂŒbernehmen.[1]

In vier SĂ€tzen (Adagio–Allegro; Menuetto–Trio; Adagio; Finale: Presto) bevorzugt die Satztechnik klare Phrasensymmetrie, deutlich gesetzte Kadenzpunkte und Registerkontraste zwischen der Brillanz der Oboen und der WĂ€rme der Fagotte.[1] Die EcksĂ€tze setzen auf federnden rhythmischen Antrieb und idiomatische Horn-„Rufe“; die beiden Adagio-SĂ€tze dagegen verlangsamen die harmonische Bewegung und laden zu einem stĂ€rker verschmolzenen Rohrblattklang ein—weniger theatralisch als der opernhafte Mozart, eher einer eleganten Hintergrundmusik verwandt, die dennoch einen souverĂ€nen Sinn fĂŒr Linie bewahrt.

Stellung im Katalog

Ob K. 289 nun authentisch Mozart ist oder nicht: Anlage und Instrumentation fĂŒgen sich ganz selbstverstĂ€ndlich neben die Salzburger BlĂ€serstĂŒcke, die gewöhnlich auf die mittleren bis spĂ€ten 1770er Jahre datiert werden, bevor die großen Wiener BlĂ€serserenaden das Genre in Umfang und kontrapunktischem Anspruch ausweiteten.[1][2]

[1] IMSLP: Divertimento in E-flat major, K.289/271g — instrumentation and movement list; basic catalog data.

[2] Digital Mozart Edition (Mozarteum): New Mozart Edition volume X/29/2 (Works of Dubious Authenticity) — includes Divertimento in E♭, K.271g/289 and references discussing doubtful authorship.