K. 714

Der Stein der Weisen: Drei Beiträge im II. Akt (zweifelhaft) (K. 714)

by Wolfgang Amadeus Mozart

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts (zweifelhafte) Beiträge zu Der Stein der Weisen (K. 714) sind drei kurze Tastenstücke, die mit dem II. Akt des gemeinschaftlich entstandenen Singspiels Der Stein der Weisen, oder die Zauberinsel (1790) in Verbindung stehen. Aus dem Umfeld von Schikaneders Theater auf der Wieden in Wien stammend, bewegen sie sich am Rand von Mozarts Spätstil; die Zuschreibung stützt sich eher auf spätere Eintragungen in Partituren als auf autographe Belege.

Hintergrund und Kontext

1790, im Alter von 34 Jahren, war Mozart in Wien tätig und zunehmend—direkt wie indirekt—mit Emanuel Schikaneders populärem Vorstadttheater, dem Theater auf der Wieden, verbunden, wo Der Stein der Weisen am 11. September 1790 uraufgeführt wurde.[1]

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K. 714 bezeichnet drei Beiträge, die mit dem II. Akt (Finale) dieses Gemeinschaftswerks zusammenhängen; in der modernen Diskussion der erhaltenen Quellen wird hervorgehoben, dass Mozarts Name über bestimmten Nummern in einer Hamburger Partitur steht, deren Zuschreibungen von einem Kopisten nachgetragen wurden, der mit der Kopierwerkstatt des Theaters verbunden war.[1] Auch wenn dieser Zusammenhang die Annahme einer Mitwirkung Mozarts stützen kann, ist die Überlieferung der Stücke indirekt, und die Zuschreibung wird in Katalogen und Referenzdarstellungen weiterhin mit Vorsicht behandelt.[2][3]

Musikalischer Charakter

Wie sie überliefert sind und im Zusammenhang mit dem II. Akt diskutiert werden, handelt es sich um kurze, funktionale Beiträge für das Theater—Musik, die innerhalb eines größeren, von mehreren Autoren gestalteten Finales den Bühnengang vorantreiben soll, statt als eigenständiges „Klavierstück“ im Sinne des Salons zu bestehen.[1]

Wo die Zuschreibungen als plausibel gelten, verweisen Hörerinnen und Hörer sowie die Forschung meist auf eine spätklassische Klarheit der Phrasierung und ein zügiges, zweckmäßiges harmonisches Fortschreiten, wie es für Ensembleschreiben im Finale angemessen ist; etwaige spezifisch „mozartische“ Fingerabdrücke (flinke, vokale Melodiewendungen; sauber ausbalancierte Kadenzen) müssen jedoch gegen den gemeinsamen Stil des Schikaneder-Kreises und die praktischen Anforderungen der komisch-spektakulären Singspielproduktion abgewogen werden.[1][3]

[1] Dexter Edge (Mozart: New Documents): discussion of the Hamburg score, the Theater auf der Wieden copyists, premiere date (11 Sep 1790), and the placement of Mozart’s name above items in the Act II finale.

[2] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for KV 714: *Der Stein der Weisen oder Die Zauberinsel* (pasticcio), noting the Act II finale contributions.

[3] Wikipedia overview of *Der Stein der Weisen* and the commonly listed scope of Mozart’s attributed contributions (including Act II finale sections) under K. 714.