Andantino für Klavier in Es (nach Gluck, „Non vi turbate“) (K. Anh.A 41)
par Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Andantino in Es-Dur (K. Anh.A 41) ist eine kurze Bearbeitung für Tasteninstrument von Glucks Arie „Non vi turbate, no“ aus Alceste. Üblicherweise wird das Stück in das Wien um 1790 datiert, als Mozart 34 Jahre alt war; Zuschreibung und genaue Entstehungsumstände bleiben jedoch unsicher.
Hintergrund und Kontext
Um 1790 in Wien balancierte Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) öffentliche Verpflichtungen für den Hof—am deutlichsten später im Jahr die Krönungsoper La clemenza di Tito—mit einem kontinuierlichen privaten Erwerb durch Unterricht sowie Musik für Salon und Tasteninstrument [1]. Das Andantino in Es-Dur, K. Anh.A 41, ist als Bearbeitung „nach“ Christoph Willibald Glucks „Non vi turbate, no“ (Alceste) überliefert und wird gemeinhin mit Wien und einer späten Phase in Mozarts Leben verbunden, auch wenn die Forschung und die Kataloge es vorsichtig als unsichere oder zweifelhafte Zuschreibung behandeln [1]. In jedem Fall ist die Wahl Glucks bezeichnend: Seine Opern blieben ein lebendiger Bezugspunkt der Wiener Musikkultur, und „Non vi turbate“ lässt sich als Arie im II. Akt von Alceste identifizieren [2].
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Musikalischer Charakter
In Es-Dur angelegt und mit Andantino bezeichnet, wirkt das Stück wie eine lyrische, am Gesang orientierte Transkription: Eine einzelne kantable Linie wird in den Vordergrund gerückt, während die Begleitung so geformt ist, dass sie die Phrasierung stützt—als ob eine Sängerin oder ein Sänger zwischen den Texteinheiten Atem holte [1]. Statt virtuoser Schaustellung bevorzugt die Faktur gleichmäßige Bewegung, klare harmonische Gliederung und eine souveräne, „opernhafte“ Melodie—Merkmale, die zu Glucks Reformstil passen und die Musik als häusliche, ausdrucksstarke Klavierminiatur wirkungsvoll machen.
[1] Mozarteum Salzburg, Köchel Verzeichnis entry: “KV Anh. A 41 – Andantino in E flat (Christoph Willibald Gluck)” (cataloguing, attribution status, basic work data).
[2] MozartDocuments.org (documentary context; identifies “Non vi turbate, no” as an aria from Act II of Gluck’s Alceste).




