K. Anh.A 42

K. Anh.A 42 (K9): Ein „Mozart“-Flötenkonzert, das heute Johann Baptist Wendling zugeschrieben wird

by Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart with Golden Spur medal, 1777
Mozart wearing the Order of the Golden Spur, 1777 copy

K. Anh.A 42 (K9) ist ein zweifelhaftes Werk, das einst mit Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Verbindung gebracht wurde, heute jedoch als ein Konzert – vermutlich für Flöte und Orchester – des Mannheimer Virtuosen Johann Baptist Wendling (1723–1797) gilt. Der Köchel Catalogue Online führt es unter Wendlings Namen und beschreibt es als überliefert, mit einer Datierung Mannheim/Paris 1777–1778, also während Mozarts entscheidendem Mannheimer Aufenthalt im Alter von 21 Jahren [1].

Was bekannt ist

Der Köchel Catalogue Online weist K. Anh.A 42 ausdrücklich als „Johann Baptist Wendling, Konzert“, vermutlich für Flöte und Orchester (probably for flute and orchestra), aus und vermerkt, dass das Werk erhalten ist (Transmission: extant) [1]. Das steht unmittelbar im Widerspruch zu älteren oder uneinheitlichen Datenbankbezeichnungen, die unter Mozarts Namen kursieren (und in manchen Sekundärkatalogisierungen sogar als „Klaviervariationen“): Nach heutigem Kenntnisstand gilt das Konzert nicht als Komposition Mozarts, auch wenn Mozarts Nähe zu Wendling im Mannheim der Spätzeit 1777 eine gewisse Mitwirkung – Abschrift, „Einrichtung“ von Stimmen oder praktische Hilfe – plausibel erscheinen lässt.

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Historisch war Wendling ein führender Flötist der Mannheimer Hofkapelle und in dieser Lebensphase ein wichtiger Ansprechpartner für Mozart (Ende 1777 bis Anfang 1778), als Mozart eine Anstellung suchte und den Mannheimer Orchesterstil in sich aufnahm [2]. Im Köchel-System bleibt das Werk als Anhangsstück geführt; der Online-Katalog bewahrt zudem die ältere Querverweisung („KV⁶ 284e“) neben der neueren Bezeichnung K9: K. Anh.A 42 [1].

Musikalischer Inhalt

Da die erhaltene Quelle im öffentlich zugänglichen Katalogeintrag nicht näher beschrieben wird (dort werden weder Tonart noch Incipits noch ein Satzplan angegeben), sollte die sicherste Charakterisierung auf Gattung und wahrscheinliche Besetzung beschränkt bleiben: ein Konzert, vermutlich für Flöte und Orchester [1]. Dennoch ist schon die Zuschreibung musikalisch aufschlussreich. Wendlings Konzerte sind typischerweise darauf angelegt, die Stärken eines Mannheimer Solisten zu präsentieren – saubere Artikulation, Brillanz in der Höhe und gesangliche, opernhafte Phrasierung in langsamer Musik –, Eigenschaften, die während und nach der Mannheimer Erfahrung auch Mozarts eigenes Schreiben für Blasinstrumente mitprägten [2].

[1] Köchel Catalogue Online (Internationale Stiftung Mozarteum): entry for KV Anh. A 42 “Johann Baptist Wendling, Konzert” (status, transmission, dating, cross-references).

[2] Wikipedia: Johann Baptist Wendling — biographical context and Wendling’s role in Mannheim; useful for basic orientation to the figure involved.