Kanon in G für drei Stimmen „Bei der Hitz im Sommer eß ich“ (K. Anh.A 40)
av Wolfgang Amadeus Mozart

„Bei der Hitz im Sommer eß ich“ (Kanon in G-Dur für drei Stimmen, K. Anh.A 40) ist ein kurzes geselliges Rundgesangstück aus dem Jahr 1782 in Wien. Lange Zeit unter Mozarts Namen überliefert, gilt es heute allgemein als Werk von Wenzel Trnka (1739–1791); eine Verbindung zu Mozart — falls es überhaupt eine gibt — ist ungewiss.
Hintergrund und Kontext
Der dreistimmige Kanon „Bei der Hitz im Sommer eß ich“ wird mit Wien im Jahr 1782 in Verbindung gebracht, als Mozart (26-jährig) sich erst kürzlich in der Stadt niedergelassen hatte und neben seiner professionellen Arbeit für Bühne und Konzertsaal auch am informellen Musizieren in Salons, Wirtshäusern und privaten Zusammenkünften beteiligt war.[1] In älteren Katalogisierungen erschien das Stück häufig unter Mozarts deutschen Kanons (mitunter unter der Nummerierung K. 234 oder K. 382e); die neuere Forschung hat die Zuschreibung jedoch von Mozart weg verlagert: Das kritische Material der Neuen Mozart-Ausgabe nennt Wenzel Trnka als Komponisten.[2]
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Der Text — in seiner Wirkung humorvoll häuslich und körperlich — beginnt mit „Bei der Hitz im Sommer eß ich …“ („In der Sommerhitze esse ich …“) und entspricht damit der leichten, geselligen Funktion vieler Kanons: Musik, die man vom Blatt lesen, im Freundeskreis singen und ebenso wegen ihres Wortwitzes wie wegen ihres Kontrapunkts genießen konnte.[3]
Musikalischer Charakter
So wie er in Quellen notiert ist, die ihn als vokalen Rundgesang überliefern, handelt es sich um einen knappen Kanon für drei gleichberechtigte Stimmen in G-Dur: eine einzige Melodielinie, die in festem zeitlichen Abstand imitiert wird, sodass aus schlichtem Material ein kurzer, aber überzeugender dreistimmiger Satz entsteht.[3] Der Tonfall ist direkt und bewusst unprätentiös — eher einem Tischlied verwandt als den stärker charakterisierten Kanons, die Mozart in späteren Jahren für bestimmte Freunde schrieb. Das musikalische Interesse liegt weniger in harmonischen Überraschungen als in der geselligen Klarheit der Imitation, die den Witz des Textes präzise zur Geltung bringt, während die Stimmen in leichtem Kontrapunkt ineinandergreifen.
[1] Köchel Verzeichnis (Mozarteum): work entry for “Bei der Hitz im Sommer eß ich” (K. Anh.A 40).
[2] Neue Mozart-Ausgabe (Digital Mozart Edition): Kritischer Bericht for Series III/10 (Canons), identifying Wenzel Trnka as composer for this canon.
[3] Wikipedia: overview of the canon (G major, three voices), its text incipit, and the modern attribution to Wenzel Trnka.




