Bastien und Bastienne

Friedrich Wilhelm Weiskern (1768)

Eine Schäferin, ihr umherziehender Freund und ein Dorfsorcerer, der sie wieder zusammenbringt — ein vierzigminütiges Miniaturstück über Liebe, Eifersucht und Versöhnung, wahrscheinlich erstmals im Garten von Dr. Franz Anton Mesmer aufgeführt.

1

Bastiennes Herzschmerz

1

Die junge Schäferin Bastienne ist untröstlich. Ihr Geliebter Bastien wurde von einer reichen Adligen verführt, und Bastienne fürchtet, ihn für immer verloren zu haben. Sie wandert durch die Wiesen und gießt ihren Kummer in Gesang aus. Die Landschaft, die einst so schön schien, fühlt sich jetzt leer und freudlos ohne ihn an.

Mein liebster Freund hat mich verlassen
Ich geh jetzt auf die Weide

Colas the Sorcerer

1

Betritt Colas — der selbsternannte Zauberer und Alleskönner des Dorfes. Bastienne erzählt ihm von ihren Sorgen, und Colas, der schon hundert verliebte Schäferinnen gesehen hat, weiß genau, was zu tun ist. Er sagt Bastienne, sie solle sich an die guten Zeiten mit Bastien erinnern, und verschreibt dann sein unfehlbares Mittel: tu so, als wäre es dir egal. Sei gleichgültig, und der umherirrende Schäfer wird zurückkommen.

Auftritt von Colas
Befraget mich ein zartes Kind
Wenn mein Bastien einst im Scherze

Der Plan

1

Bastienne ist keine natürliche Schauspielerin, und die Idee, gleichgültig zu tun, macht sie nervös. Aber sie stimmt zu, Colas' Plan auszuprobieren. Die beiden besiegeln ihre Verschwörung in einem selbstbewussten Duett: Folge meinem Rat, singt Colas, und alles wird gut. Bastienne macht sich auf den Weg, um den Plan in die Tat umzusetzen, während Colas sich auf Bastiens unvermeidliche Ankunft vorbereitet.

Wuerd ich auch wie manche Buhlerinnen
Auf den Rat, den ich gegeben

Bastiens Rückkehr

1

Bastien kommt an und sucht nach Colas. Der Charme der Edelfrau ist verblasst, und er will Bastienne zurück. Aber Colas bringt verheerende Nachrichten: Bastienne hat einen neuen Verehrer gefunden und kümmert sich nicht mehr um Bastien. Der junge Schäfer ist entsetzt — das kann doch nicht wahr sein! Colas lässt ihn zappeln und genießt jeden Moment der Panik des treulosen Liebhabers.

Grossen Dank dir abzustatten
Geh! Du sagst mir eine Fabel

Der magische Zauber

1

Bastien bittet Colas um Hilfe, und der Zauberer erfüllt dies mit seiner theatralischsten Darbietung: einem magischen Zauberspruch. Diggi, Daggi, Schurry, Murry — Colas chantet reinen Unsinn mit der Schwere eines Hochpriesters, schwenkt seine Arme und konsultiert sein Zauberbuch. Die 'Magie' ist natürlich völlig falsch, aber Bastien glaubt jedes Wort. Ermutigt durch den Zauber geht er, um Bastienne zu finden.

Diggi, Daggi, Schurry, Murry

Der Streit

1

Die Liebenden treffen sich endlich — und Colas' Plan funktioniert perfekt. Bastien gesteht seine Liebe, aber Bastienne, die den Anweisungen folgt, tut so, als ob es ihr egal wäre. Sie verhält sich kalt und abweisend, und Bastien ist am Boden zerstört. Die Situation eskaliert in einen lebhaften Streit: Geh weg! Deine Sturheit macht mir keine Angst! Beide tun so, als wären sie mit einander fertig, aber keiner kann sich losreißen. Der zwölfjährige Mozart fängt die Absurdität und Zärtlichkeit eines Liebesstreits mit erstaunlicher Genauigkeit ein.

Meiner Liebsten schoene Wangen
Er war mir sonst treu und ergeben
Geh hin! Dein Trotz soll mich nicht schrecken

Versöhnung

1

Das Spiel ist weit genug gegangen. Bastien, in echtem Verzweiflung, droht sich zu verletzen, wenn Bastienne ihn wirklich nicht mehr liebt. Die Täuschung bricht zusammen: Bastienne kann es nicht ertragen, ihn leiden zu sehen, und sie lässt ihre Maske fallen. Sie fallen sich in die Arme, und der Streit löst sich in einem Augenblick auf. Colas kommt an, um die Krise gelöst zu finden – natürlich nimmt er sich all den Ruhm. Die drei feiern in einem fröhlichen finalen Trio: Lass uns für immer treu bleiben und niemals wieder Eifersucht zwischen uns kommen lassen.

Rezitativ und Arioso
Geh! Geh! Geh! Herz von Flandern
Kinder! Seht, da kommt der Colas