Zwei lateinische Motetten für Sopran und Orchester (verschollen), K. 651
de Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Zwei lateinische Motetten für Sopran und Orchester (K. 651) sollen im Februar 1770 in Mailand entstanden sein, während der ersten Italienreise des 14-jährigen Komponisten. Musik ist nicht erhalten: Das Werk ist nur durch die Überlieferung in dokumentarischen Katalogen bekannt und daher stilistisch schwer zu beurteilen.
Hintergrund und Kontext
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) hielt sich Anfang 1770 in Mailand auf, im Rahmen der ausgedehnten Italienreise, die er mit seinem Vater Leopold unternahm und die den 14-jährigen Komponisten gleichermaßen mit italienischem Kirchen- wie mit Theatergeschmack vertraut machte. K. 651 wird im Köchel-Verzeichnis als zwei lateinische Motetten für solistische hohe Stimme (als S-Kastrat verzeichnet) und Orchester beschrieben, datiert auf Mailand, Februar 1770; doch die Überlieferung ist vollständig verloren—weder Autograph noch Partitur oder Stimmen sind heute bekannt.[1]
Da der musikalische Text fehlt und kein sicher identifizierbares Incipit vorliegt, muss die heutige Diskussion K. 651 zwangsläufig als Werk von zweifelhaftem praktischem Status behandeln: Es könnte sich um echte Gelegenheitsstücke der Italienreise handeln, wurde jedoch (in editorischer Praxis bei verlorenen oder schlecht bezeugten Werken) auch als möglicherweise zweifelhaft oder falsch zugeschrieben betrachtet.[1]
Musikalischer Charakter
Da die Musik verschollen ist, lassen sich Melodik, Harmonik, formale Anlage oder orchestrale Details nicht „vom Blatt“ beschreiben. Die erhaltene Katalogbeschreibung ordnet K. 651 dennoch unter Mozarts kleineren Kirchenwerken ein und nennt Solo-Stimme mit Orchester, was auf knappe lateinische Vertonungen für einen liturgischen oder devotionalen Rahmen hindeutet, eher als auf eine groß angelegte Messe oder einen Psalm.[1]
In groben entwicklungsgeschichtlichen Zügen verweist die dokumentierte Besetzung (hohe Solostimme mit Orchester) auf eine Linie in Mozarts italienischer Kirchenmusik, die später im berühmten Mailänder Solomotett Exsultate, jubilate, K. 165 (1773), kulminierte, in dem opernhafte vokale Brillanz von lateinischem Text und orchestraler Farbigkeit gerahmt wird.[2]
[1] Köchel-Verzeichnis (International Mozarteum Foundation): KV 651 entry with dating, status (lost), and instrumentation.
[2] MozartPortal.com: background on Mozart’s Milan motet tradition via K. 165 (*Exsultate, jubilate*), for contextual comparison.