Motette âVenti, fulgura, procellaeâ (K. 652) in G-Dur
von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Motette Venti, fulgura, procellae (K. 652) ist ein kurzes lateinisches geistliches StĂŒck fĂŒr Sopran und Orchester, das in Quellen ĂŒberliefert ist, die die Urheberschaft nicht zuverlĂ€ssig absichern. Die Datierung wird unterschiedlich angesetzt und hĂ€ufig in Mozarts italienische Jahre gelegt â oft nach Mailand, 1770, als der Komponist 14 Jahre alt war â und gilt allgemein als Werk zweifelhafter Echtheit.
Hintergrund und Kontext
Wolfgang Amadeus Mozart (1756â1791) hielt sich 1770 in Norditalien auf â eine prĂ€gende Reise, die im Dezember mit der MailĂ€nder UrauffĂŒhrung von Mitridate, re di Ponto ihren Höhepunkt fand. In diesem weiteren italienischen Zusammenhang wird Venti, fulgura, procellae mitunter verortet: eine kompakte lateinische Motette in G-Dur, plausibel eher fĂŒr einen kirchlichen oder devotionalen Rahmen gedacht als fĂŒr das Theater.
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Was sich mit Sicherheit sagen lĂ€sst, ist jedoch begrenzter. Der Köchel-Katalogeintrag des Mozarteums fĂŒhrt K. 652 unter den âSmaller Church Worksâ, vermerkt, dass das StĂŒck erhalten ist, und bezeichnet seine Echtheit ausdrĂŒcklich als zweifelhaft â bei einem weit gefassten Datierungsrahmen âMilan, 1770â1781â.[1] Mit anderen Worten: Selbst die Zuschreibung âMailand, 1770â sollte eher als tradierte Einordnung denn als belegte Tatsache verstanden werden.
Musikalischer Charakter
Auf dem Papier erscheint das Werk als knappe, vom Sopran getragene Motette mit Orchesterbegleitung â Musik, die zumindest vordergrĂŒndig mit Mozarts italienisch geprĂ€gtem geistlichen konzertanten Stil in Verbindung gebracht werden kann (wie er, deutlich gesicherter, in spĂ€teren Salzburger Motetten fĂŒr Solostimme zu hören ist). Die Grundtonart G-Dur und der Text â mit Anrufungen von Winden, Blitzen und StĂŒrmen â legen eine Rhetorik rascher Bewegung und heller Klanglichkeit nahe, eine Bildwelt, die Komponisten hĂ€ufig durch lebhafte Figuration und energische Tutti gestalten.
Da die Urheberschaft von K. 652 unsicher ist, kann stilistische Ăhnlichkeit allein das Argument nicht tragen: Die Musik könnte ebenso sehr ein allgemeineres Idiom des spĂ€ten 18. Jahrhunderts widerspiegeln wie Mozarts persönliche Handschrift. Am sichersten ist die Schlussfolgerung, dass sich die Motette â sofern sie echt ist â ganz selbstverstĂ€ndlich in jene Art kompakter geistlicher StĂŒcke einfĂŒgen wĂŒrde, die Mozart als 14-JĂ€hriger unter dem Eindruck italienischer Vokalsatzkunst hĂ€tte schreiben können; doch die erhaltene Ăberlieferung macht diese attraktive Biografie eher zu einer Möglichkeit als zu einer Gewissheit.[1]
[1] Internationale Stiftung Mozarteum (Köchel-Verzeichnis): K. 652 âVenti, fulgura, procellaeâ â status (doubtful), classification (Smaller Church Works), key (G major), dating range (Milan, 1770â1781), transmission (extant).




