Zwei Kirchensonaten in D und G (verschollen), K. 655 (D-Dur)
de Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Zwei Kirchensonaten in D und G (K. 655) sind ein Paar Salzburger liturgischer Instrumentalstücke, die im Verzeichnis als 1771 vollendet geführt werden, als der Komponist 15 Jahre alt war; erhalten sind sie jedoch nur als Katalogeinträge, nicht als Musik. In der modernen Forschung gilt die Zuschreibung als zweifelhaft, und—ohne jede überlieferte Partitur—stehen diese Werke am Rand dessen, was sich verantwortungsvoll beschreiben lässt.
Hintergrund und Kontext
1771 war Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) wieder in Salzburg, weiterhin eingebunden in die Hof- und Domwelt, die effiziente, praktisch einsetzbare Kirchenmusik verlangte. Das Köchel-Verzeichnis führt unter K. 655 zwei Kirchensonaten—eine in D-Dur und eine in G-Dur—vermerkt jedoch, dass die Überlieferung verloren ist (weder Partitur noch Stimmen sind nach heutigem Kenntnisstand erhalten). Auch das Köchel-Verzeichnis der Internationalen Stiftung Mozarteum listet das Paar als „lost“, datiert Salzburg 1771. [1]
Im Salzburger Gebrauch waren solche Kirchensonaten (oft Epistle Sonatas genannt) kurze Instrumentalstücke, die in der Messe zwischen den Lesungen erklangen, typischerweise in einem hellen, einsätzigen Allegro-Typus und häufig mit Orgel unter Beteiligung der Streicher. [1] Für K. 655 sind jedoch weder die Besetzung noch ein musikalischer Incipit in den maßgeblichen modernen Verzeichnissen überliefert.
Die Echtheit von K. 655 gilt im weiteren Kontext von Mozarts „verschollenen“ und zweifelhaft zugeschriebenen Instrumentalwerken weithin als unsicher: Fehlende Autographe und die lockere Zirkulation von Handschriften können Zuschreibungen auf brüchige dokumentarische Spuren reduzieren. [2]
Musikalischer Charakter
Da für weder die Sonate in D-Dur noch jene in G-Dur Notation überliefert ist, lassen sich Details, die eine Beschreibung normalerweise tragen—Dauer, genaue Instrumentation (nur Streicher oder Orgel obbligato), thematisches Profil und formaler Plan—nicht angeben. Festhalten lässt sich nur die Funktion: Sollten diese Werke tatsächlich zur Salzburger Tradition der Epistle Sonata gehören, wie sie im Mozarteum-Eintrag beschrieben wird, waren sie vermutlich knapp gefasste, zügig voranschreitende Sätze, die für einen liturgischen Einschub konzipiert waren und nicht auf symphonische Breite zielten. [1] In diesem Sinn verweist K. 655—ob nun wirklich von Mozart oder nicht—auf jene Art bescheidener, brauchbarer Stücke, die den jugendlichen Komponisten in Salzburg umgaben (und mitprägten).
[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis: KV 655 “Two church sonatas in D and G” (status, dating, and Salzburg epistle-sonata context).
[2] Wikipedia: “Mozart symphonies of spurious or doubtful authenticity” (overview of attribution problems when autographs are missing and works circulate in copies; general context for doubtful/lost attributions).