Klavierstück in C-Dur (Fragment), K. 656
par Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Klavierstück in C (Fragment), K. 656, ist ein unvollendeter Entwurf für Tasteninstrument, der in Autograph-Überlieferung erhalten ist und auf Salzburg 1771 datiert wird, als der Komponist 15 Jahre alt war. So klein der Umfang auch ist, erlaubt das Stück doch einen aufschlussreichen Blick darauf, wie der junge Mozart in „Sonaten“-Gesten denkt—mit klarer tonaler Rhetorik, ausgewogenen Phrasen und einem vorwärtsdrängenden harmonischen Plan—ohne den Einfall zu einem vollendeten Satz auszuarbeiten.
Was bekannt ist
K. 656 ist als erhaltenes Autograph eines Tastenfragments überliefert, von der Internationalen Stiftung Mozarteum als unvollendetes Werk geführt und auf Salzburg, 1771 datiert.[1] Moderne Referenzkataloge behandeln es daher weniger als eigenständige „Klavierminiatur“ denn als Entwurf zu einem Sonatensatz (Sonatensatz); diese Einordnung spiegelt sich auch in IMSLPs Darstellung des Stücks und in der Heranziehung des Klaviersonaten-Bandes der Neuen Mozart-Ausgabe als Textgrundlage.[2]
Der Mozarteum-Eintrag bezeichnet die Besetzung schlicht als clavier (clav), was 1771 ebenso gut Cembalo oder Orgel bedeuten kann wie ein späteres Fortepiano.[1] Diese Uneindeutigkeit erklärt mit, warum das Werk bisweilen pauschal als „Klavierstück“ beschrieben wird, obwohl sein ursprünglicher praktischer Kontext (häusliches Tasteninstrument, Kirchenorgel-Empore oder Kompositionsübung) nicht eindeutig dokumentiert ist.
Musikalischer Gehalt
Das Erhaltene liest sich wie der Beginn eines Sonatensatzes in C-Dur: eine knappe, zeittypische Satzweise mit Melodie in der rechten Hand und Begleitmustern in der linken sowie eine harmonische Entwicklung, die eher auf eine im Gang befindliche Exposition als auf einen in sich geschlossenen liturgischen Vers hindeutet.[2] Selbst in fragmentarischer Gestalt weist die Schreibweise auf Mozarts heranwachsende Beherrschung—mit fünfzehn Jahren—prägnanter thematischer Anlage und eines tonalen „Handlungsbogens“ hin, also jener Fähigkeit, die bald darauf auch die stärker ausgearbeiteten Salzburger Tastenwerke der frühen 1770er Jahre tragen sollte.[1]
[1] International Mozarteum Foundation (Köchel-Verzeichnis): work entry for KV 656 “Piano piece in C” (fragment) — dating, status, and instrumentation.
[2] IMSLP: “Sonatensatz in C major, K.656” — reference presentation and NMA source information for the fragment.