Violinsonate in Es-Dur (K. Anh.C 23.04)
von Wolfgang Amadeus Mozart

Die Violinsonate in Es-Dur (K. Anh.C 23.04), bisweilen auch als „K. 58“ überliefert, ist eine Sonate des 18. Jahrhunderts für Tasteninstrument und Violine, deren Zuschreibung an Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) von der modernen Katalogisierung heute verworfen wird. Mit einem vorläufigen Datum 1784 geführt, ist sie ohne bekanntes Autograph überliefert und lässt sich am sinnvollsten als kleines, ansprechendes dreisätziges Duo aus unbekannter Hand verstehen.
Hintergrund und Kontext
Die Sonate in Es-Dur (K. Anh.C 23.04) ist als erhaltenes Werk für Violine und Tasteninstrument (ursprünglich clav) überliefert und wird in der Köchel-Datenbank des Mozarteums ausdrücklich als Mozart „fälschlich zugeschrieben“ bezeichnet; als Datum wird 1784 vorgeschlagen, die Provenienz bleibt unbekannt. In der Überlieferung erscheint sie in Abschriften und in Drucken des späten 18./frühen 19. Jahrhunderts, darunter ein früher Druck von 1799 sowie eine Leipziger Ausgabe bei Breitkopf & Härtel von 1804—Umstände, die zur langen Lebensdauer des Stücks im „Mozart“-Umfeld passen, trotz des Verlusts (oder Fehlens) jeglicher autographischer Belege. [1]
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Nähme man die Datierung „1784“ beim Wort, fiele das Werk in Mozarts geschäftigste Wiener Jahre—eine Zeit, in der die reifen Violinsonaten und das großformatige Schreiben für Tasteninstrumente durch eine deutlich individualisierte Behandlung von Dialog, Harmonik und Register geprägt sind. Doch nichts in der erhaltenen Dokumentation verbindet diese Sonate gesichert mit Mozarts Wiener Umfeld; am vorsichtigsten liest man sie als das, was Verleger und Kopisten gern unter berühmten Namen in Umlauf brachten: ein gut verkäufliches, vom Tasteninstrument geführtes Duo. [1]
Musikalischer Charakter
Auf dem Papier zeigt K. Anh.C 23.04 einen kompakten dreisätzigen Plan:
- I. Adagio
- II. Menuetto. Moderato
- III. Rondo. Allegro assai [1]
Die Besetzung entspricht dem Standardduo des späten 18. Jahrhunderts: Tasteninstrument mit begleitender Violine—in der Zusammenfassung bei IMSLP „Piano and Violin“—wobei die Violine vor allem verstärkt, antwortet und den Diskurs des Tasteninstruments leicht ausziert, statt ihn durchgehend anzuführen. [1] [2]
Das eröffnende Adagio bevorzugt eine unaufgeregte, kantable Oberfläche, gut geeignet für das Musizieren im häuslichen Rahmen; das Menuetto nimmt einen gefassten, höfischen Gang an; und das abschließende Rondo (Allegro assai) wendet sich einer leichterfüßigen, periodischen Phrasierung und wiederkehrenden Refrains zu. Zusammengenommen wirkt die Folge weniger wie ein dramatisches Konzertstück als wie ein sorgfältig ausbalanciertes Set von Charakterstücken—gefällig, idiomatisch und bewusst nicht großformatig angelegt, was mit erklären mag, warum es auch dann noch als druckfähig galt, als die Autorschaft zweifelhaft wurde. [1] [2]
[1] International Mozarteum Foundation (Köchel Verzeichnis): work entry for K. Anh.C 23.04, including authenticity status, dating, instrumentation, and movement list.
[2] IMSLP work page: Violin Sonata in E-flat major, K.58/Anh.C 23.04 — authorship note and basic metadata (movements, instrumentation).




