K. Anh.C 23.03

Violinsonate in C-Dur (K. Anh.C 23.03)

ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Die Violinsonate in C-Dur (K. Anh.C 23.03, gelegentlich auch als K. 57 überliefert) ist eine dreisätzige Sonate für Violine und Tasteninstrument, traditionell um 1784 datiert, heute jedoch allgemein als unecht angesehen – der Komponist ist unbekannt. Überliefert und verbreitet vor allem durch spätere Druckausgaben, ist sie als knappes, klassisch proportioniertes Werk erhalten, dessen musikalische Sprache nur stellenweise an Mozarts authentische Sonaten für Violine und Tasteninstrument erinnert.

Hintergrund und Kontext

Die Violinsonate in C-Dur (K. Anh.C 23.03) wird meist um 1784 angesetzt, obwohl weder ihr Entstehungsort noch eine autographe Quelle im üblichen öffentlichen Referenzgang verlässlich belegt sind. In das Repertoire gelangte sie über spätere Publikationen, insbesondere in der Gesamtausgabe von Breitkopf & Härtel im 19. Jahrhundert (Mozarts Werke, Serie XVIII), wo sie unter den „Sonaten und Variationen für Pianoforte und Violine“ erscheint.[1]

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Nimmt man das Datum um 1784 als Orientierung, läge das Stück in der Phase von Mozarts früher Wiener Reife, in der seine gesicherten Violinsonaten die Violine zunehmend als gleichberechtigten Partner behandeln und nicht nur als obligate Linie über einer Klaviersatz-Textur. Demgegenüber wirkt K. Anh.C 23.03 häufig eher wie eine schlichte, gut veröffentlichbare Salonsonate im Stil des späten 18. Jahrhunderts – solide gearbeitet, klar konturiert und auf das Musizieren im häuslichen Rahmen zugeschnitten –, ohne jene unverwechselbare dramatische Disposition und motivische Stringenz, die Mozarts beste Beiträge zu dieser Gattung auszeichnen.[1][2]

Musikalischer Charakter

Besetzung: Klavier (oder Cembalo) und Violine.[1]

IMSLP führt drei Sätze auf:[1]

  • I. Largo
  • II. Menuetto
  • III. Allegro

Das eröffnende Largo vermittelt eher die Weite einer Einleitung als die Anlage eines ausgreifenden langsamen Satzes: Die Violine singt meist in vergleichsweise schlichten Perioden, während das Tasteninstrument harmonisches Gerüst und sanfte Figuration beisteuert. Ein Menuetto als zweiter Satz unterstreicht den gesellschaftlichen, aus dem Tanz abgeleiteten Charakter des Werks – Musik, die leicht zu erfassen und zu spielen ist –, während das abschließende Allegro zu hellerer, regelmäßigerer Bewegung übergeht und symmetrische Phrasen sowie unkomplizierte tonale Verläufe in C-Dur bevorzugt.

Insgesamt lässt sich K. Anh.C 23.03 am besten als ansprechende, klassisch idiomatische Sonate aus Mozarts Umkreis verstehen, eher nicht aus seiner Feder: Ihr dreisätziger Plan (LargoMenuettoAllegro) ist für die Zeit vollkommen plausibel, doch ihre vorherrschende Zurückhaltung und die vergleichsweise austauschbaren Satz-Texturen stehen in spürbarem Abstand zu dem kühnen, dialogischen Geben und Nehmen, das Mozarts sicher zugeschriebenen Wiener Violinsonaten eigen ist.[1]

[1] IMSLP work page: movement listing, instrumentation, publication information, and authorship note (“no longer believed to be the work of Mozart”).

[2] IMSLP: List of compositions by Mozart (entry for Anh.C 23.03 marked “spurious (composer unknown)”).