K. Anh.C 23.05

Violinsonate in C (K. Anh.C 23.05)

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Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Die Violinsonate in C (K. Anh.C 23.05) ist ein unechtes Werk – ihr Komponist ist unbekannt –, das einst Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) zugeschrieben und vorsichtig auf 1784 datiert wurde [1]. Da sie nur in spĂ€terer Überlieferung erhalten ist und kein Autograph vorliegt, steht sie außerhalb des gesicherten Kanons von Mozarts Violinsonaten [1].

Hintergrund und Kontext

Das unter K. Anh.C 23.05 gefĂŒhrte StĂŒck ist als erhaltene, vollstĂ€ndige Sonate fĂŒr Violine und Tasteninstrument (vl, clav) ĂŒberliefert, wird in der modernen Köchel-Datenbank jedoch als Mozart „fĂ€lschlich zugeschrieben“ bewertet [1]. Eine spĂ€tere Druckquelle ist dokumentiert: ein Band von Breitkopf & HĂ€rtel aus dem Jahr 1804, der „VI Sonatines“ fĂŒr Tasteninstrument mit Violinbegleitung unter Mozarts Namen prĂ€sentiert – eine Zuschreibung, die die Forschung fĂŒr diese Sonate nicht mehr akzeptiert [1].

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WĂ€re das vorgeschlagene Jahr 1784 zutreffend, ließe sich das Werk in Mozarts geschĂ€ftigste Wiener Jahre einordnen, als er große Klavierkonzerte und Kammermusik fĂŒr einen anspruchsvollen Markt schrieb. Doch nichts verbindet diese Sonate verlĂ€sslich mit seinem Wiener Umfeld, und der unbekannte Entstehungsort stĂŒtzt die Auffassung, dass sie zu einem anonymen Repertoire des 18. Jahrhunderts gehört, das spĂ€ter in „Mozart“-Ausgaben aufgenommen wurde [1].

Musikalischer Charakter

K. Anh.C 23.05 ist als dreisĂ€tzige Sonate angelegt – Adagio, Menuetto mit Trio und Allegro – fĂŒr Tasteninstrument mit Violine [1]. Diese Abfolge (langsamer Satz, Menuett mit Trio, dann ein rascheres Finale) entspricht eher dem Profil einer leichten, hĂ€uslichen „Sonatina“ als den ambitionierteren dramatischen Spannungsbögen, die Mozart in seinen reifen Violinsonaten hĂ€ufig verfolgte. Wie bei vielen begleiteten Sonaten der Zeit trĂ€gt das Tasteninstrument vermutlich die Hauptlinie, wĂ€hrend die Violine die Textur stĂŒtzt, verdoppelt und ausschmĂŒckt; in diesem VerstĂ€ndnis bietet das Werk einen kleinformatigen Einblick in den weiteren Salonstil, den Verleger und Kopisten mitunter unter Mozarts Namen laufen ließen.

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for KV Anh. C 23.05 (status, dating, instrumentation, movements, and 1804 print note).