Violinsonate in C (K. Anh.C 23.05)
by Wolfgang Amadeus Mozart

Die Violinsonate in C (K. Anh.C 23.05) ist ein unechtes Werk – ihr Komponist ist unbekannt –, das einst Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) zugeschrieben und vorsichtig auf 1784 datiert wurde [1]. Da sie nur in späterer Überlieferung erhalten ist und kein Autograph vorliegt, steht sie außerhalb des gesicherten Kanons von Mozarts Violinsonaten [1].
Hintergrund und Kontext
Das unter K. Anh.C 23.05 geführte Stück ist als erhaltene, vollständige Sonate für Violine und Tasteninstrument (vl, clav) überliefert, wird in der modernen Köchel-Datenbank jedoch als Mozart „fälschlich zugeschrieben“ bewertet [1]. Eine spätere Druckquelle ist dokumentiert: ein Band von Breitkopf & Härtel aus dem Jahr 1804, der „VI Sonatines“ für Tasteninstrument mit Violinbegleitung unter Mozarts Namen präsentiert – eine Zuschreibung, die die Forschung für diese Sonate nicht mehr akzeptiert [1].
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Wäre das vorgeschlagene Jahr 1784 zutreffend, ließe sich das Werk in Mozarts geschäftigste Wiener Jahre einordnen, als er große Klavierkonzerte und Kammermusik für einen anspruchsvollen Markt schrieb. Doch nichts verbindet diese Sonate verlässlich mit seinem Wiener Umfeld, und der unbekannte Entstehungsort stützt die Auffassung, dass sie zu einem anonymen Repertoire des 18. Jahrhunderts gehört, das später in „Mozart“-Ausgaben aufgenommen wurde [1].
Musikalischer Charakter
K. Anh.C 23.05 ist als dreisätzige Sonate angelegt – Adagio, Menuetto mit Trio und Allegro – für Tasteninstrument mit Violine [1]. Diese Abfolge (langsamer Satz, Menuett mit Trio, dann ein rascheres Finale) entspricht eher dem Profil einer leichten, häuslichen „Sonatina“ als den ambitionierteren dramatischen Spannungsbögen, die Mozart in seinen reifen Violinsonaten häufig verfolgte. Wie bei vielen begleiteten Sonaten der Zeit trägt das Tasteninstrument vermutlich die Hauptlinie, während die Violine die Textur stützt, verdoppelt und ausschmückt; in diesem Verständnis bietet das Werk einen kleinformatigen Einblick in den weiteren Salonstil, den Verleger und Kopisten mitunter unter Mozarts Namen laufen ließen.
[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for KV Anh. C 23.05 (status, dating, instrumentation, movements, and 1804 print note).




