Vier Rätselkanons (K. Anh. H 9,11; 9,14)
von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts vier kurze Rätselkanons („Riddle-“ oder „Puzzle“-Kanons), die zusammen als K. 73r / K. 89a II und im Köchel-Anhang als K. Anh. H 9,11 und 9,14 geführt werden, verortet man gewöhnlich im Bologna des Sommers 1772, als der Komponist 16 Jahre alt war [2] [3]. Die Überlieferung ist im Detail nur spärlich, doch auf dem Papier zeigen sie Mozarts jugendliche Freude am kontrapunktischen Handwerk – als ein Spiel, das gelöst werden will.
Hintergrund und Kontext
Diese vier Kanons werden mit Bologna in Verbindung gebracht – jenem Ort, an dem der jugendliche Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) den Kontakt zu gelehrten kontrapunktischen Kreisen erneuerte – und werden meist auf den Sommer 1772 datiert (mitunter auch weiter gefasst auf 1770/1772) [2] [3]. In der Neuen Mozart-Ausgabe erscheinen sie als geschlossene Gruppe „Vier Rätselkanons“ (Vier Rätselkanons), wobei jeder auf ein lateinisches Incipit verweist; zudem kursieren Titel, die – wie die Überschriften nahelegen – Bezüge zu Padre Martinis Storia della musica herstellen [1].
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Musikalischer Charakter
Ein Rätselkanon (Rätselkanon) notiert typischerweise nur eine einzige Stimme samt textlichem Hinweis; die Ausführenden (oder Lesenden) müssen die weiteren Einsätze daraus erschließen – eine elegante Art, kanonische Technik im Kleinformat zu erproben. Der Zyklus umfasst vier kurze Kanons auf lateinischen Text, die konventionell wie folgt aufgeführt werden:
- Incipe Menalios mecum („Sit trium series una“)
- Cantate Domino omnis („Ter ternis canite vocibus“)
- Confitebor tibi Domine (mit ad duodecimam bezeichnet: „Clama ne cesses“)
- Thebana bella cantus („Ter voce ciemus“)
Diese in modernen Werkverzeichnissen überlieferten Benennungen unterstreichen den didaktischen, rätselartigen Charakter: kein „Vokalwerk“ im opernhaften Sinn, das durchkomponiert auf Wirkung zielt, sondern knappe kontrapunktische Aufgaben – kurz, gut singbar und für eine schnelle, informelle Demonstration gedacht, nicht für öffentliche Zurschaustellung [1] [2].
[1] DME / Mozarteum: Neue Mozart-Ausgabe table of contents (NMA III/10), listing the four riddle canons under K. 73r / K. 89a II with individual incipits.
[2] IMSLP work page: “4 Puzzle Canons, K.73r,” giving Bologna dating (1770 or 1772) and the four canonical titles/incipits.
[3] Wikipedia: Köchel catalogue table entry for K. 73r / Anh. H 9,11, 9,14, listing “4 Riddle Canons,” Summer 1772, Bologna (reference overview).




