Vier Menuettsätze für Tanzensemble (Nr. 4 Fragment), K. 661
de Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Vier Menuettsätze für Tanzensemble (K. 661) sind ein kleines Salzburger Konvolut aus dem Jahr 1773; das vierte Menuett ist nur als unvollendetes Fragment überliefert. In Quellen bewahrt, die auf den praktischen Einsatz im Ballsaal hindeuten, zirkulieren die Stücke auch in Tastenfassungen – mitunter als Reduktionen der ursprünglichen Tanzbesetzung und nicht als eigenständige „Klavierstücke“.
Hintergrund und Kontext
In Salzburg lieferte der 17-jährige Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) neben Kirchen- und Konzertwerken weiterhin Gebrauchsmusik für höfische und städtische Anlässe. K. 661 gehört zu diesem utilitaristischen Bereich: vier Menuettsätze für ein Tanzensemble, mit Holz- und Blechfarben über einem Streicher-und-Bass-Grundgerüst, wobei Nr. 4 unvollendet blieb (als erhaltenes Fragment statt als abgeschlossener Satz). [1]
Musikalischer Charakter
Es sind knappe Menuette im Ballsaalstil des späten 18. Jahrhunderts: regelmäßige Phrasenblöcke, klare Kadenzen und die vertraute Menuett–Trio-Abfolge, die es den Ausführenden ermöglicht, nach einem kontrastierenden Mittelteil den Haupttanz zu wiederholen. Das Köchel-Verzeichnis nennt als Besetzung zwei Oboen und zwei Trompeten mit zwei Violinen und Bass, was auf den hellen, zeremoniellen Klang verweist, der für Salzburger Freiluft- oder Festtanzmusik typisch ist; in der späteren Überlieferung erscheinen solche Stücke häufig in einer Tastenreduktion, wodurch sich verwischen kann, ob der erhaltene Tasten-Text auf eine eigene Bearbeitung Mozarts oder auf eine praktische Adaption durch einen Kopisten zurückgeht. [1]
Das fragmentarische vierte Stück durchbricht definitionsgemäß die sonst geschlossene Symmetrie der Gattung: Statt der sauber wiederholten Abschnitte eines Menuetts begegnet man einer unterbrochenen Anlage – weniger wegen ihrer Ausarbeitung wertvoll als wegen des Einblicks, den sie in Mozarts rasche, zweckmäßige Behandlung von Tanz-Topoi in dieser Phase gewährt. [1]
[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for K. 661 (dating, instrumentation, and fragment status).