Fuge in d-Moll für Klavier (Fragment), K. 660
de Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Fuge in d-Moll für Klavier (Fragment), K. 660, ist ein kurzer erhaltener Beginn aus Salzburg und wird meist auf das Jahr 1771 datiert, als der Komponist 15 Jahre alt war. Obwohl nur wenige Systeme überliefert sind, erlaubt das Blatt einen aufschlussreichen Blick darauf, wie Mozart am Tasteninstrument den gelehrten Kontrapunkt erprobt—Musik, die eher wie eine Studie des Verfahrens als wie ein fertig ausgearbeitetes Konzertstück wirkt.
Was bekannt ist
Unter dem Titel Fuge in d-Moll, K. 660, hat sich nur ein kurzes Fragment einer Fuge in d-Moll erhalten, notiert für ein einzelnes Tasteninstrument („clavier“, also Cembalo oder frühes Klavier). Moderne Kataloge und Ausgaben verorten das Stück in Salzburg und datieren es in der Regel auf 1771, in Mozarts Jugendzeit und in eine Phase intensiver kompositorischer Ausbildung unter der Aufsicht seines Vaters Leopold Mozart.[1]
Die erhaltene Quelle befindet sich als Manuskript in der Österreichischen Nationalbibliothek und ist als Torso überliefert, nicht als vollständige Komposition.[1] Entsprechend wird das Fragment meist als kontrapunktische Übung oder kompositorische Skizze verstanden—ein aufschlussreiches Zeugnis dafür, was Mozart mit 15 beschäftigte, jedoch nicht ausreichend, um ohne editorische Erfindung eine verbindliche vollständige Fuge zu rekonstruieren.
Musikalischer Inhalt
Das Erhaltene genügt, um die unverkennbare „fugische“ Anlage zu zeigen: Ein einstimmiges Thema wird vorgestellt und dann in einer anderen Stimme beantwortet, wobei sich der Satz rasch zu einem dichten, kompakten Geflecht aus Imitationen verdichtet. Schon in diesem embryonalen Stadium bevorzugt Mozart ein klares, gut singbares Thema und eine saubere Stimmführung—ein Hinweis darauf, dass er hier strenges Handwerk übt, statt frei zu improvisieren.[1]
Die d-Moll-Welt des Fragments—gespannt, ernst und harmonisch zugespitzt—nimmt Mozarts spätere Bereitschaft vorweg, Molltonarten für konzentrierte, „gelehrte“ Aussagen einzusetzen, selbst wenn das zeitgenössische Umfeld bei kleinen Tastenstücken eher einen leichteren Ton erwartete. Gerade weil das Blatt abrupt abbricht, hört man K. 660 am besten nicht als miniaturhaftes „Werk“, sondern als Momentaufnahme: Mozart beim Entwickeln seiner kontrapunktischen Sprachfähigkeit am Salzburger Tasteninstrument.
[1] IMSLP work page for Mozart, Fugue in D minor, K. 660 (includes general information, instrumentation, and links to manuscript/NMA materials).