K. 680

Streichquartett-Satz in E-Dur (Fragment), K. 680

by Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Mozarts Streichquartett-Satz in E-Dur (Fragment), K. 680, ist ein erhalten gebliebener Torso aus dem Jahr 1781, geschrieben für die Standardbesetzung des Streichquartetts (zwei Violinen, Viola und Violoncello). Überliefert ist nur ein einzelner unvollendeter Satz, der einen kurzen Einblick in sein kammermusikalisches Denken im Alter von 25 Jahren gibt – kurz nach dem Bruch mit seiner Salzburger Anstellung.

Was bekannt ist

K. 680 ist als Quartettsatz in E-Dur für zwei Violinen, Viola und Violoncello überliefert und hat sich nur als unvollendetes Werk erhalten, nicht als vollständiges viersätziges Streichquartett.[1] Der Köchel Catalog Online datiert das Fragment auf 1781; der Kompositionsort ist im erhaltenen Katalogeintrag nicht angegeben.[1]

Biografisch ist 1781 ein entscheidendes Scharnierjahr in Mozarts Leben: In diesem Jahr verließ er den Dienst des Salzburger Fürsterzbischofs und begann, sich in Wien zu etablieren – eine Phase, in der sich auch seine Ambitionen in instrumentalen Gattungen jenseits höfischer Routine deutlich zuspitzten.[2] Der fragmentarische Zustand von K. 680 macht es unmöglich zu wissen, ob Mozart ein vollständiges Quartett plante oder ob diese Seite ein in sich geschlossenes Experiment mit Quartetttextur war, das er schlicht liegen ließ.

Musikalischer Gehalt

Da nur ein einzelnes Satzfragment überliefert ist, lässt sich K. 680 am besten als kammermusikalische Arbeit im Entstehen hören (und lesen): als ein Feld, auf dem Mozart das motivische Wechselspiel zwischen vier gleichberechtigten Streicherstimmen erprobt, statt das Ensemble als Melodie-plus-Begleitung zu behandeln. Selbst in dieser unvollständigen Gestalt deutet bereits die Tonart E-Dur – vergleichsweise leuchtend, zugleich für Streicher der Klassik technisch exponiert – auf ein Interesse an Brillanz und Klangresonanz hin, das der ausgefeilteren Quartettkunst der späteren Wiener Jahre vorgreift, zumal nachdem Haydns Vorbild seinen reifen Zugang zur Gattung endgültig katalysiert hatte.[3]

Ebenso aufschlussreich ist, was das Fragment nicht bewahrt: Ohne einen vollendeten Verlauf von Exposition bis Reprise (oder irgendwelche Folgesätze) können Interpretinnen und Interpreten wie auch Hörende keinen eindeutigen großformalen Plan rekonstruieren. Der Wert von K. 680 liegt vielmehr in der Nahaufnahme von Mozarts Quartett-Handwerk im Jahr 1781 – mitten im Satz abgebrochen, aber unverkennbar für vier eigenständige Spieler geschrieben und nicht für eine bloß „begleitete“ Violinstimme.

[1] International Mozarteum Foundation (Köchel Catalog Online): KV 680 — Quartet movement in E for 2 violins, viola and violoncello (work page, dating/status/instrumentation).

[2] Encyclopaedia Britannica: Mozart biography overview (context for 1781 transition from Salzburg service toward Vienna).

[3] The Cambridge Mozart Encyclopedia (Cambridge University Press): overview entry on Mozart’s string quartets (genre context and Haydn’s catalytic role).