K. Anh.C 11.04

Sinfonie Nr. 56 in F (zweifelhaft), K. Anh.C 11.04

von Wolfgang Amadeus Mozart

Portrait of Mozart aged 13 in Verona, 1770
Mozart aged 13 at the keyboard in Verona, 1770

Mozarts sogenannte Sinfonie Nr. 56 in F-Dur (K. Anh.C 11.04; bisweilen auch als K. 98 zitiert) ist ein viersätziges Werk, das lange unter seinem Namen im Umlauf war, heute jedoch allgemein als unecht oder zumindest in der Autorschaft zweifelhaft gilt [1] [2]. Ein mit Bleistift vermerkter Eintrag in einem frühen thematischen Katalog nennt „1771 Milan Nov“, was das Stück in die Zeit der Italienreisen der Mozarts rücken würde, als Wolfgang 15 war; eine gesicherte Überlieferung aus Mozart-Quellen, die die Zuschreibung bestätigen könnte, ist jedoch nicht erhalten [1].

Hintergrund und Kontext

Die traditionelle Datierung „1771, Mailand?“ für K. Anh.C 11.04 passt in groben Zügen zu Mozarts italienischer Teenagerzeit, in der er Opern- und Orchesteridiome aus nächster Nähe aufnahm. Doch die Provenienz der Sinfonie ist unsicher: Das Werk wurde einst von maßgeblichen Autoritäten des 19. Jahrhunderts anerkannt, spätere Autoren hielten seine Merkmale jedoch für nicht ausreichend mozartisch, und moderne Nachschlagewerke führen es unter den Sinfonien unechter oder zweifelhafter Authentizität [1] [2].

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Musikalischer Charakter

Auf dem Papier wirkt K. Anh.C 11.04 wie eine konventionelle viersätzige Sinfonie der mittleren 18. Jahrhunderts in F-Dur, mit folgendem Satzplan:

  • I. Allegro (4/4)
  • II. Andante (2/4)
  • III. Menuetto (3/4)
  • IV. Presto (2/4) [1]

Auch die Besetzung ist für die Zeit typisch:

  • Holzbläser: 2 Oboen
  • Blechbläser: 2 Hörner
  • Streicher: Violinen I & II, Viola, Violoncello, Kontrabass

(Eine continuo-Verstärkung durch Tasteninstrument und Fagott wäre in vielen Orchestern eine übliche Option gewesen, selbst wenn sie nicht ausdrücklich notiert ist.) [1]

Charakterlich wird das Werk häufig weniger wegen eines eigenständigen musikalischen Profils diskutiert als vielmehr wegen der Punkte, in denen es nicht zu Mozarts gesichert zugeschriebenen frühen Sinfonien passt—seine Wendungen regen eher Vergleiche mit anderen zeitgenössischen Schulen an als mit Mozarts unverwechselbarerem jugendlichem Tonfall [1].

Platz im Katalog

Für Hörerinnen und Hörer, die Mozarts sinfonische Entwicklung nachzeichnen, ist K. Anh.C 11.04 am ehesten als Randdokument zu behandeln: Es bewahrt einen plausiblen sinfonischen „Typus“ der 1770er Jahre, doch die zweifelhafte Zuschreibung verhindert, dass es als belastbarer Beleg für Mozarts Technik im Jahr 1771 (in Mailand oder anderswo) dienen kann [1] [2].

[1] Wikipedia: “Symphony, K. Anh. C 11.04” (overview; movements, scoring; note about “1771 Milan Nov”; discussion of spurious status).

[2] Wikipedia: “Mozart symphonies of spurious or doubtful authenticity” (table entry for K. 98 / Anh. C11.04; current doubtful/spurious framing).