Sinfonie Nr. 2 in B-Dur (K. Anh.C 11.02)
di Wolfgang Amadeus Mozart

Die Sinfonie in B-Dur (K. Anh.C 11.02), auf 1768 datiert, ist zwar in der Überlieferung erhalten, gilt heute jedoch allgemein als falsch zugewiesen und wird häufig eher mit Leopold Mozart als mit Wolfgang Amadeus Mozart in Verbindung gebracht [1] [2]). Mit ihrer Besetzung für ein bescheidenes klassisches Orchester aus Oboen, Hörnern und Streichern folgt sie dem vertrauten Schema schnell–langsam–Menuett–schnell – auch wenn der überlieferte Text stellenweise unvollständig zu sein scheint [1] [2]).
Hintergrund und Kontext
Auf 1768 datiert, lässt sich die Sinfonie in B-Dur (K. Anh.C 11.02) weder sicher an einen konkreten Ort noch an einen bestimmten Anlass binden; ihre heutige Stellung im Repertoire spiegelt diese brüchige Quellenlage wider. Die moderne Referenzkatalogisierung bringt das Werk (als Fragment) mit Leopold Mozart in Verbindung, und im Verhältnis zu Wolfgang Amadeus Mozart wird das Stück weithin als unecht behandelt [1] [2]).
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Praktisch ist das weniger entscheidend dafür, was die Musik ist, als dafür, wie man sie hört: als kompakte Sinfonie der Jahrhundertmitte im Umfeld der Wiener Jahre des Mozart-Haushalts, in den Dimensionen nahe an jener Orchesteridiomatik, die ein zwölfjähriger Wolfgang aus nächster Nähe gekannt hätte – sei es als Komponist, Kopist oder Ausführender innerhalb von Leopolds Arbeitsbereich.
Musikalischer Charakter
Das Werk ist besetzt mit:
- Holzbläser: 2 Oboen
- Blechbläser: 2 Hörner (in B♭)
- Streicher: Violinen I & II, Viola, Bass (Cello/Kontrabass)
Das entspricht der damaligen Standardbesetzung eines „Hoforchesters“ – aufgehellt durch die prägnanten Oboen und getragen von der harmonischen Stütze der Hörner – und passt gut zu dem öffentlichen, zeremoniellen Charakter, der oft mit Sinfonien in B♭-Dur verbunden wird [1] [2]).
Die Sinfonie ist in vier Sätze gegliedert:
- I. Allegro
- II. (Andante) (E♭-Dur)
- III. Menuetto I & II
- IV. Presto
Die ungewöhnliche Klammerung der Tempobezeichnung des langsamen Satzes (Andante) ist bereits ein kleines Zeichen der komplexen Überlieferung, und die Notentexttradition deutet auf Unvollständigkeit hin: Im ersten Menuett etwa sollen Innenstimmen redaktionell ergänzt worden sein, statt im ursprünglichen musikalischen Text vollständig überliefert zu sein [2]). Dennoch ist die Gesamtanlage klar und konventionell – ein Kopfsatz, der auf eine pointierte, dialogische Orchesterrede zielt; ein langsamer Satz in der Subdominantregion (E♭-Dur) als lyrische Entlastung; und ein abschließendes Presto, angelegt auf rasche, unkomplizierte Brillanz.
Stellung im Katalog
K. Anh.C 11.02 steht neben anderen zweifelhaften oder falsch zugewiesenen Orchesterstücken und wird in Überblicksdarstellungen der „Kern“-Sinfonien Mozarts häufig ausgelassen. Nimmt man es aus sich heraus, nähert man sich dem Stück am besten als kleinformatiger Sinfonie des 18. Jahrhunderts, die – durch Zuschreibung und Überlieferungssituation – eng mit Leopold Mozarts sinfonischem Schaffen verknüpft ist [1] [2]).
[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for KV Anh. C 11.02 (status, dating, attribution to Leopold Mozart as fragment, and instrumentation).
[2] Wikipedia: “Symphony No. 2 (Mozart)” (overview of spurious attribution, four-movement layout, scoring, and notes on apparent incompletion/editorial additions in the minuet).




