Sinfonie Nr. 3 in Es, K. Anh.A 51 (unecht; nach Carl Friedrich Abel)
de Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts sogenannte Sinfonie Nr. 3 in Es-Dur (K. Anh.A 51), datiert auf 1764, hat sich als fragwürdiges Stück erhalten: Die Musik wird heute Carl Friedrich Abel zugeschrieben; Mozarts Anteil dürfte sich weitgehend auf das Abschreiben und (in einer Fassung) auf eine Änderung der Bläserbesetzung beschränkt haben.[1][2]
Mozarts Lebenssituation zu dieser Zeit
1764 war Mozart noch ein kleines Kind auf der großen Westeuropa-Reise der Familie; mit dem kontinuierlichen Sinfoniekomponieren, wie es aus seiner späteren Kindheit dokumentiert ist, hatte er noch nicht begonnen. Ein weit verbreitetes zeitgenössisches Bild aus dieser Phase ist Louis Carrogis de Carmontelles Aquarell der Mozartfamilie, entstanden Anfang 1764 in Paris.[3]
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Musikalischer Charakter
Das Werk, das traditionell als Mozarts Sinfonie Nr. 3 in Es-Dur geführt wurde, gilt heute als unecht: Es entspricht einer Sinfonie von Carl Friedrich Abel (häufig als Abels Sinfonie in Es, WK 18, identifiziert).[1][2] Was hier vermeintlich „mozartisch“ wirkt, ist nicht die thematische Substanz, sondern eine praktische Anpassung der Instrumentation: Mozarts Abschrift ersetzt Abels zwei Oboen durch zwei Klarinetten – eine Änderung, die eher die für eine bestimmte Aufführung verfügbaren Spieler widerspiegelt als eine kompositorische Neuinterpretation.[1][2] In diesem Sinn steht K. Anh.A 51 weniger als „Kleinkind-Sinfonie“ da, sondern eher als ein kleines Fenster in das musikalische Umfeld der reisenden Mozarts im Jahr 1764 – in dem Abschreiben, Repertoire und Besetzungsentscheidungen zum musikalischen Alltag gehörten.
[1] IMSLP: Carl Friedrich Abel, Symphony in E-flat major, WK 18 (notes include misattribution as Mozart ‘Symphony No. 3’ and the clarinet-for-oboe substitution).
[2] Wikipedia: ‘Symphony No. 3 (Mozart)’ — overview of the misattribution to Mozart, attribution to Abel, and Mozart’s clarinet substitution in his copy.
[3] MozartDocuments: Carmontelle watercolor portrait of the Mozart family (Paris stay, early 1764) — contextual portrait reference.




