K. Anh.A 52

Fuge in D-Dur (K. Anh.A 52)

di Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Die Fuge in D-Dur (K. Anh.A 52) ist eine kurze Fuge fĂŒr Tasteninstrument solo, die traditionell mit Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Verbindung gebracht wurde, heute jedoch allgemein als unecht gilt und stattdessen Johann Michael Haydn (1737–1806) zugeschrieben wird. Mitunter wird sie vorsichtig auf etwa 1783 datiert, doch Herkunft und ursprĂŒnglicher Zusammenhang bleiben unklar.

Hintergrund und Kontext

Die Fuge in D-Dur (K. Anh.A 52) ist mit nur wenig gesichertem dokumentarischem Kontext ĂŒberliefert: Entstehungszeit und -ort sind nicht zuverlĂ€ssig belegt, und moderne Referenzverzeichnisse fĂŒhren das Werk unter Mozarts Namen als in seiner Echtheit zweifelhaft [1]. Die aktuelle Forschung und Katalogpraxis beschreibt sie in der Regel als nicht von Mozart und schreibt sie stattdessen Johann Michael Haydn zu, Mozarts Salzburger Kollegen und einem Komponisten, dessen kontrapunktischer Idiomatik in zeitgenössischen Klavierabschriften leicht zirkulieren konnte [2].

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Vor dem Hintergrund von Mozarts gut dokumentiertem Interesse am gelehrten Kontrapunkt in den frĂŒhen 1780er Jahren—Jahren, in denen auch verlĂ€sslich authentifizierte Fugenprojekte sowie Bearbeitungen nach Bach entstanden—lĂ€sst sich diese kleine Fuge heute am ehesten als RandstĂŒck verstehen, das unter Mozarts Namen ĂŒberliefert wurde, statt als verlĂ€ssliches Zeugnis seiner kompositorischen Entwicklung [3].

Musikalischer Charakter

Auf dem Papier bietet das StĂŒck eine kompakte fugierte Anlage in D-Dur: Ein einzelnes Thema wird klar vorgestellt und anschließend in kurzen imitatorischen EinsĂ€tzen weitergefĂŒhrt, wodurch die vertraute Textur eigenstĂ€ndiger Stimmen im engen Dialog entsteht. Die Schreibweise bevorzugt einen praktischen, fĂŒr Tasteninstrumente geeigneten Kontrapunkt—gleichmĂ€ĂŸige Bewegung, klare harmonische Zielrichtung und ein insgesamt diatonisches Profil—gegenĂŒber jener dramatischen, chromatisch gesteigerten fugalen Rhetorik, die Mozart in seinen authentischen reifen kontrapunktischen SĂ€tzen bisweilen wĂ€hlt.

Im Ergebnis wirkt es wie eine knappe Übung in fugaler Handwerkskunst: direkt, solide gearbeitet und eher darauf angelegt, die Beherrschung von Imitation und StimmfĂŒhrung zu demonstrieren, als einen weit ausgreifenden Konzertcharakter zu entfalten. Dieses Profil passt gut zu Michael Haydns kultivierter, kirchennaher kontrapunktischer Manier und erklĂ€rt mit, weshalb das Werk in der modernen Kommentierung von Mozart weg neu zugewiesen wurde [2].

[1] ClassicaLive listing for “Fugue in D major, K.291/Anh.A 52” (basic reference entry; notes the work’s presence in modern listings under Mozart’s name).

[2] Wikipedia overview of Johann Michael Haydn (biographical context; standard reference point for the composer now commonly credited with the fugue).

[3] IMSLP overview page for the Neue Mozart-Ausgabe (context for Mozart’s authenticated engagements with fugue/counterpoint and editorial practice in modern collected editions).