Fuge in D-Dur (K. Anh.A 52)
de Wolfgang Amadeus Mozart

Die Fuge in D-Dur (K. Anh.A 52) ist eine kurze Fuge für Tasteninstrument solo, die traditionell mit Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Verbindung gebracht wurde, heute jedoch allgemein als unecht gilt und stattdessen Johann Michael Haydn (1737–1806) zugeschrieben wird. Mitunter wird sie vorsichtig auf etwa 1783 datiert, doch Herkunft und ursprünglicher Zusammenhang bleiben unklar.
Hintergrund und Kontext
Die Fuge in D-Dur (K. Anh.A 52) ist mit nur wenig gesichertem dokumentarischem Kontext überliefert: Entstehungszeit und -ort sind nicht zuverlässig belegt, und moderne Referenzverzeichnisse führen das Werk unter Mozarts Namen als in seiner Echtheit zweifelhaft [1]. Die aktuelle Forschung und Katalogpraxis beschreibt sie in der Regel als nicht von Mozart und schreibt sie stattdessen Johann Michael Haydn zu, Mozarts Salzburger Kollegen und einem Komponisten, dessen kontrapunktischer Idiomatik in zeitgenössischen Klavierabschriften leicht zirkulieren konnte [2].
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Vor dem Hintergrund von Mozarts gut dokumentiertem Interesse am gelehrten Kontrapunkt in den frühen 1780er Jahren—Jahren, in denen auch verlässlich authentifizierte Fugenprojekte sowie Bearbeitungen nach Bach entstanden—lässt sich diese kleine Fuge heute am ehesten als Randstück verstehen, das unter Mozarts Namen überliefert wurde, statt als verlässliches Zeugnis seiner kompositorischen Entwicklung [3].
Musikalischer Charakter
Auf dem Papier bietet das Stück eine kompakte fugierte Anlage in D-Dur: Ein einzelnes Thema wird klar vorgestellt und anschließend in kurzen imitatorischen Einsätzen weitergeführt, wodurch die vertraute Textur eigenständiger Stimmen im engen Dialog entsteht. Die Schreibweise bevorzugt einen praktischen, für Tasteninstrumente geeigneten Kontrapunkt—gleichmäßige Bewegung, klare harmonische Zielrichtung und ein insgesamt diatonisches Profil—gegenüber jener dramatischen, chromatisch gesteigerten fugalen Rhetorik, die Mozart in seinen authentischen reifen kontrapunktischen Sätzen bisweilen wählt.
Im Ergebnis wirkt es wie eine knappe Übung in fugaler Handwerkskunst: direkt, solide gearbeitet und eher darauf angelegt, die Beherrschung von Imitation und Stimmführung zu demonstrieren, als einen weit ausgreifenden Konzertcharakter zu entfalten. Dieses Profil passt gut zu Michael Haydns kultivierter, kirchennaher kontrapunktischer Manier und erklärt mit, weshalb das Werk in der modernen Kommentierung von Mozart weg neu zugewiesen wurde [2].
[1] ClassicaLive listing for “Fugue in D major, K.291/Anh.A 52” (basic reference entry; notes the work’s presence in modern listings under Mozart’s name).
[2] Wikipedia overview of Johann Michael Haydn (biographical context; standard reference point for the composer now commonly credited with the fugue).
[3] IMSLP overview page for the Neue Mozart-Ausgabe (context for Mozart’s authenticated engagements with fugue/counterpoint and editorial practice in modern collected editions).




