K. 537a

Satz zu einem Klavierkonzert in D-Dur (in Verbindung mit K. 537), K. 537a

von Wolfgang Amadeus Mozart

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts Satz zu einem Klavierkonzert in D-Dur (K. 537a) ist ein unvollendeter, einsätziger Konzertentwurf aus Wien, datiert auf den 24. Februar 1788, und offenbar parallel zum D-Dur-Klavierkonzert Nr. 26, K. 537, konzipiert. In vollständiger Orchesterbesetzung und mit Soloklavier überliefert, gewährt er einen kurzen, aufschlussreichen Einblick in Mozarts späten Konzertstil im Alter von 32 Jahren.

Hintergrund und Kontext

Anfang 1788 dachte Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Wien noch immer in der großen, öffentlichen Sprache des Klavierkonzerts – auch wenn seine Lebensumstände zunehmend prekär wurden und sein Schaffen sich immer stärker auffächerte. K. 537a ist als authentischer, jedoch unvollendeter Konzertsatz in D-Dur überliefert; im Katalog des Mozarteums ist er auf den 24. Februar 1788 datiert – denselben Tag wie K. 537 – was nahelegt, dass er eher als alternative oder ergänzende, mit jenem Konzert verbundene Satzanlage geplant war als als eigenständiges neues Werk [1].

Musikalischer Charakter

Das Erhaltene ist nicht bloß eine Klavierskizze: Die im Katalog angegebene Besetzung entspricht der festlichen „Hof“-Palette, die Mozart in K. 537 verwendet – Soloklavier mit Flöte, 2 Oboen, 2 Fagotten, 2 Hörnern, 2 Trompeten, Pauken und Streichern – und weist damit auf einen Konzertsatz hin, der auf eine volle, zeremonielle Klangwelt zielt [1].

Da das Stück ausdrücklich als unvollendet gekennzeichnet ist, hört man es am sichersten als Einblick in Mozarts Arbeitsweise: ein Satz, der weit genug ausgearbeitet ist, um eine vollständige Konzertrhetorik zu entwerfen (Solist und Orchester im Dialog, mit der Möglichkeit späterer Ausarbeitung), der jedoch ohne die letzte kompositorische „Abrundung“ bleibt, die Mozart üblicherweise vornimmt – vor allem in Übergängen, Proportionierung und Schlussgestaltung. In dieser Hinsicht steht es anderen Konzertmaterialien aus den späten 1780er-Jahren nahe, die als Anfänge oder isolierte Abschnitte überliefert sind, nicht aber als publikationsfähige Ganzheiten [2].

Stellung im Katalog

K. 537a gehört zu Mozarts letzter Wiener Zeit und steht dem vollendeten D-Dur-Konzert K. 537 sowohl hinsichtlich Datierung als auch Besetzung unmittelbar zur Seite; es fungiert als Begleitsatz und nicht als eigenes Konzert im üblichen dreisätzigen Sinn [1].

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel Verzeichnis (KV): entry for K. 537 / K. 537a with dating (Vienna, 24 Feb 1788), authenticity status, and instrumentation.

[2] University Library Heidelberg (HEIDI) catalogue record for Neue Mozart-Ausgabe, Serie V, Werkgruppe 15, Band 8 (includes the beginning of a first movement in D: KV Anh. 57 / 537a, among concerto fragments).