K. 592b

Satz fĂŒr ein Streichquintett in D (Entwurf zu K. 593) (K. 592b)

di Wolfgang Amadeus Mozart

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Der Quintettsatz in D-Dur (K. 592b) ist ein authentischer, jedoch unvollendeter Entwurf fĂŒr Streichquintett—zwei Violinen, zwei Bratschen und Violoncello—der in Wien entstand und allgemein auf 1787–1789 datiert wird. HĂ€ufig als Skizze im Zusammenhang mit dem spĂ€teren Streichquintett in D-Dur, K. 593 diskutiert, ist er nur in fragmentarischer Gestalt ĂŒberliefert und stellt keinen vollstĂ€ndigen, auffĂŒhrbaren Satz dar.

Was bekannt ist

Das erhaltene Material zu K. 592b besteht aus einem unvollendeten Entwurf zu einem Quintettsatz in D-Dur fĂŒr die ĂŒbliche „Bratschenquintett“-Besetzung (2 Violinen, 2 Bratschen, Violoncello). Das Werk ist als Quelle ĂŒberliefert und gilt als authentisch, blieb jedoch unvollendet; das erhaltene Autograph wird als Manuskript im Particell-/Kurzpartitur-Format von einem Blatt (zwei beschriebenen Seiten) ohne ursprĂŒnglichen Titel beschrieben. Die Datierung im Eintrag des Köchel-Verzeichnisses verortet den Entwurf in Wien, 1787–1789, also in jene spĂ€te Wiener Zeit, in der Mozart das Streichquintett als Gattung besonders intensiv pflegte.[1]

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Im Kontext von Mozarts Kammermusik im Alter von 31 Jahren steht dieses Fragment nahe jenem Moment seiner reifen Wiener Neubestimmung des fĂŒnfstimmigen Streichsatzes—insbesondere der expressiven und kontrapunktischen Möglichkeiten, die die zweite Bratsche eröffnet. Die D-Dur-Ausrichtung des Manuskripts und die Quintettbesetzung erklĂ€ren zudem, warum die Forschung es hĂ€ufig in irgendeiner Weise mit dem spĂ€teren, vollstĂ€ndig ausgearbeiteten Streichquintett in D-Dur, K. 593 in Verbindung bringt.[1][2]

Musikalischer Gehalt

K. 592b lĂ€sst sich am ehesten als Beginn eines Entwurfs zu einem ersten Satz verstehen, nicht als Plan eines vollstĂ€ndigen Satzes: Das erhaltene Blatt bewahrt lediglich einen einleitenden Abschnitt (keine vollstĂ€ndige Exposition und erst recht keinen fertig ausgearbeiteten Satz). Auch in diesem unvollstĂ€ndigen Zustand deutet die Seite jedoch jene klare, leuchtende D-Dur-Klanglichkeit und den Quintett-Dialog an (Oberstimmen im Wechselspiel mit den inneren Bratschen), die Mozart spĂ€ter zur grĂ¶ĂŸeren architektonischen und klanglichen Welt von K. 593 ausbauen sollte—wo er in der endgĂŒltigen Fassung hĂ€ufig zwischen schlanker, transparenter Schreibweise und voller fĂŒnfstimmiger Resonanz wechselt.[1][3]

[1] International Stiftung Mozarteum (KV Online): KV 592b work entry with authenticity status, dating, instrumentation, and brief source description.

[2] Neue Mozart-Ausgabe Online (DME/Mozarteum): Table of contents for NMA X/30/4 ‘Fragmente’, listing the fragment ‘Fragment of the first movement of a quintet in D 
 KV Anh. 83 (592b)’.

[3] Program-note PDF discussing Mozart’s String Quintet in D major, K. 593, including remarks on its texture and style (context for the related later work).