K.

Rondo für ein Klarinettenquintett in Es-Dur (Fragment), K. 516d

von Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Rondo für Klarinette und Streicher in Es-Dur (K. 516d) ist nur als winziges Wiener Fragment aus dem Jahr 1787 erhalten, als der Komponist 31 Jahre alt war. Auch wenn der Zusammenhang unklar bleibt, weist das Blatt auf jenen kammermusikalischen Stil voraus, den Mozart in den späten 1780er-Jahren rund um die Klarinette zu entwickeln begann.

Was bekannt ist

Erhalten ist nur ein kurzes Rondo-Fragment für Klarinette und Streichquartett (Klarinette + zwei Violinen, Viola und Bass/Violoncello) in Es-Dur, das allgemein auf Wien 1787 datiert und in der Neuen Mozart-Ausgabe als K. 516d überliefert ist [1] [2]. Die überlieferte Musik ist äußerst kurz—in Aufführungsmaterialien oft als nur eine Handvoll Takte beschrieben—sodass jede Rekonstruktion von Mozarts Plan (oder der vorgesehenen Funktion des Fragments innerhalb eines größeren Quintetts) spekulativ bleibt [3].

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Musikalischer Gehalt

Was sich aus dem Fragment hören und lesen lässt, deutet auf eine Andante-Rondoidee hin: eine souveräne, vokal geführte Klarinettenlinie vor unaufdringlicher Streicherbegleitung, in der warmen Klangfarbe von Es-Dur [1]. Selbst in Miniaturform lässt die Satztechnik jene dialogische Balance erahnen, die Mozart später in weit größerem Maßstab im Klarinettenquintett in A-Dur, K. 581 (1789) verwirklichen sollte—nicht als Beleg eines direkten Zusammenhangs, sondern als Einblick in dieselbe Wiener Beschäftigung mit Klarinetten-Cantabile und kammermusikalischer Transparenz [4].

[1] DME Mozarteum (Neue Mozart-Ausgabe online), TOC entry for “Andante Rondo in E flat … (fragment) K. 516d”

[2] IMSLP: Neue Mozart-Ausgabe page listing volume pagination including “Andante Rondo in E-flat major, K. 516d”

[3] Performance upload describing the K. 516d fragment’s brevity (used here only for the commonly circulated extent claim)

[4] DME Mozarteum PDF (NMA volume commentary in English) discussing clarinet quintet context and the 1780s clarinet chamber idiom in Vienna