Quintett in B-Dur (nach der „Gran Partita“), K. 46? (unecht)
di Wolfgang Amadeus Mozart

Häufig als „Mozarts Quintett in B-Dur, K. 46“ anzutreffen, gilt dieses kompakte, viersätzige Werk heute allgemein als anonymes kammermusikalisches Arrangement ausgewählter Sätze aus der Serenade in B-Dur, K. 361/370a („Gran Partita“), entstanden um 1781–82. Für sich genommen verdichtet es Mozarts groß angelegte Bläser-Serenadenästhetik zu einem häuslicheren, von Streichern geprägten Klangbild.
Hintergrund und Kontext
Das sogenannte Quintett in B-Dur, K. 46 kursiert in älteren Nachschlagewerken und Aufnahmen unter Mozarts Namen, doch seine musikalische Substanz entspricht auffallend eng der Serenade in B-Dur, K. 361/370a („Gran Partita“). Moderne Katalogisierungen und Bibliotheksnachweise führen es daher meist als unecht—als anonymes Arrangement, das auf Sätze der Serenade zurückgreift, statt als originales Mozart-Quintett.[1][2]
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Im Vergleich zu Mozarts gesichertem kammermusikalischem Œuvre ergibt das Arrangement historisch am ehesten Sinn vor dem Hintergrund des Wiener Umfelds der Gran Partita (um 1781–82), als Bläser-Serenaden florierten und Musik häufig abgeschrieben und für die jeweils in Salons und privaten Zirkeln verfügbaren Besetzungen angepasst wurde.[3] Die mitunter in sekundären Metadaten anzutreffende Angabe „Alter 370“ ist schlicht falsch.
Musikalischer Charakter
In den Quellen und Aufführungen, die das Stück überliefern, erscheint es als kurzer, viersätziger Zyklus—Largo – Allegro molto, Menuetto, Adagio und ein abschließender schneller Satz—und entspricht damit einer Auswahl aus den sieben Sätzen der Gran Partita.[2][4]
Was sich verändert, ist nicht Mozarts melodische Handschrift—sie bleibt in den weiten Perioden, den höfischen Menuetten und dem kantablen langsamen Satz deutlich hörbar—sondern die klangliche Prämisse: Der opulente Bläserchor der ursprünglichen Serenade wird in ein schlankeres Kammermedium übertragen, in dem die Mittelstimmen jene Farbigkeit und jenes Tragen liefern müssen, die Bläser von Natur aus mitbringen. Kadenzen und Bassfundament wirken tendenziell stärker „streicherklassisch“ in ihrem Profil, und die berühmte Lyrik des langsamen Satzes kann intimer als zeremoniell erscheinen.
Als Hörerlebnis lässt sich dieses Quintett daher am besten nicht als fehlendes Bindeglied in Mozarts authentischen Quintetten verstehen, sondern als historisch plausiblen Weg, auf dem spätere Musiker eines seiner ausgreifendsten Bläserwerke in den kleineren Rahmen überführten.
[1] IMSLP work list entry noting “Quintet in B-flat major, K.46? (arr. of the wind serenade K.370a)” and related catalog context.
[2] Performance upload explicitly describing the work as a spurious arrangement of movements from the “Gran Partita” (K. 361).
[3] IMSLP page for *Serenade in B♭ major, K. 361/370a* (“Gran Partita”), including Neue Mozart-Ausgabe publication details and general work identification.
[4] Wind Repertory Project overview of the “Gran Partita” with movement list (useful for matching the arrangement’s selected movements).




