„Quel destrier che all’albergo è vicino“ (zweifelhaft, verschollen), K. 633
par Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Arie „Quel destrier che all’albergo è vicino“ (K. 633) ist eine verschollene und in ihrer Authentizität zweifelhafte Bühnenarie, die traditionell auf das Jahr 1765 während der Reisen der Familie Mozart zwischen London und Den Haag datiert wird, als Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) etwa neun Jahre alt war. Es ist keine Musik überliefert; der Titel ist vor allem durch spätere dokumentarische Erwähnungen bekannt.
Was bekannt ist
„Quel destrier che all’albergo è vicino“ (K. 633) wird in Katalogen als Arie für Singstimme und Orchester geführt, ist jedoch verschollen, und die Zuschreibung an Mozart gilt als zweifelhaft.[1]
Der Titel entspricht einer Arie, die die Figur Licida in Metastasios Libretto L’Olimpiade (1. Akt) singt – einem Text, der im 18. Jahrhundert bereits von vielen Komponisten vertont worden war.[2] Ein späterer Brief von Constanze Mozart (13. Februar 1799) erwähnt ein heute verlorenes Londoner „Capricci“-Heftchen (datiert auf Dezember 1764), das angeblich „kurze Kompositionen“ sowie eine Arie mit diesem Titel enthalten habe – ein Hinweis darauf, dass der Name in Dokumenten der Familie Mozart kursierte, auch wenn die Musik selbst nicht erhalten ist.[3]
Musikalischer Inhalt
Da keine Partitur und kein Fragment nachweislich überliefert ist, lässt sich K. 633 musikalisch nicht beschreiben (Tonart, Stimmumfang, Anlage und Orchestrierung sind allesamt ungesichert). Festhalten lässt sich lediglich Textliches: Metastasios Strophe ist ein anschauliches Gleichnis – „das Pferd nahe beim Stall“, das sein Tempo anzieht – und legt damit einen von Natur aus bewegten Arientext nahe, der sich gut für virtuose, vorwärtsdrängende musikalische Vertonungen eignet.[4]
[1] French Wikipedia – Catalogue Köchel entry noting K. 633 as ‘douteux, perdu’ (doubtful, lost) and dating (London).
[2] Metastasio Collection (Western University) – listing of the aria text “Quel destrier, che all’albergo è vicino” (Licida, Act I) from *L’Olimpiade*.
[3] Digital Mozart Edition – Constanze Mozart to Breitkopf & Härtel, 13 Feb 1799: mentions a London ‘Capricci’ booklet containing an aria titled “Quel destrier che all’albergo è vicino”.
[4] Padova University Press PDF – quotation and discussion of Metastasio’s text beginning “Quel destrier, che all’albergo è vicino” in the context of Licida’s character in *L’Olimpiade*.