K. 634

Polonaise in F-Dur (zweifelhaft), K. 634

de Wolfgang Amadeus Mozart

Portrait of Mozart aged 13 in Verona, 1770
Mozart aged 13 at the keyboard in Verona, 1770

Die Polonaise in F-Dur (K. 634) ist ein kurzes Tanzstück für Tasteninstrument, das unter Mozarts Namen überliefert ist, jedoch allgemein als Werk zweifelhafter Authentizität gilt. Meist wird es um 1767 datiert – als Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) 11 Jahre alt war –, doch weder der Ort der Komposition noch eine gesicherte Überlieferung sind eindeutig belegt.[1]

Mozarts Leben zu dieser Zeit

Um 1767 war Mozart ein 11-jähriger Komponist und Interpret, dessen Alltag sich zwischen Salzburg und dem erneuten Bestreben der Familie nach höfischen Chancen im Ausland aufteilte. Im September 1767 verließen die Mozarts Salzburg in Richtung Wien, in der Hoffnung, von kaiserlichen Festlichkeiten zu profitieren; der Aufenthalt wurde jedoch durch einen Pockenausbruch beeinträchtigt, der immer wieder Flucht und Unterbrechungen erzwang.[2] Vor diesem unruhigen Hintergrund passt ein kleines, gut lehrbares Tanzstück fürs Tasteninstrument wie die Polonaise in F durchaus in jene Art von Material, das in häuslichen Musikbüchern abgeschrieben, gespielt und weitergegeben wurde – auch dann, wenn die an solche Stücke geknüpfte Urheberschaft nicht vollständig verlässlich ist.[1]

Musikalischer Charakter

Auf dem Papier zeigt sich K. 634 als eine schlichte polonaise in F-Dur für Tasteninstrument: ein mäßig schreitender Tanz mit dem für die Gattung typischen Gang im Dreiertakt und einer Anlage in wiederholten Teilen, ergänzt durch eine kurze da capo-Rückkehr.[3] Die Satztechnik ist überwiegend akkordisch und kantabel statt kontrapunktisch, was auf ein praktisches Stück hindeutet, gedacht für flüssiges Vom-Blatt-Spiel und stilvolle Artikulation – Fähigkeiten, die in Mozarts Tasteninstrument-Ausbildung in diesem Alter im Zentrum standen. In diesem Sinn spiegelt die Musik, selbst wenn sich die Zuschreibung als unzutreffend erweisen sollte, dennoch die Klangwelt der mittleren 1760er Jahre wider, in der der junge Mozart lernte, klare Phrasen zu formen, Melodie und Begleitung auszubalancieren und Tanzrhythmus in etwas Spielbares und Elegantes zu verwandeln.[1]

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis work entry: KV 634 “Polonoise in F for clavier” (authenticity and basic catalog data).

[2] Wikipedia: “Mozart and smallpox” (Mozart family’s departure for Vienna in September 1767 and disruption caused by the epidemic).

[3] IMSLP (EU): NMA facsimile scan of the Nannerl Notenbuch / early keyboard pieces, including the Polonaise in F with “Da capo” marking (supports musical-layout description).