Klavierstück in G (Fragment, zweifelhaft), K. 635 (G-Dur)
av Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Klavierstück in G (Fragment), K. 635, ist ein kurzes, unvollendetes Tastenfragment, das nur in späteren Abschriften überliefert ist und auf Salzburg 1767 datiert wird – als Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) 11 Jahre alt war. Sein Hauptinteresse liegt weniger in einem gesicherten Repertoirestatus als darin, was dieses zweifelhafte Blatt über das alltägliche Klavierschreiben des jungen Komponisten andeutet.
Was bekannt ist
Die Internationale Stiftung Mozarteum katalogisiert K. 635 als erhaltenes, unvollendetes Tastenwerk, dessen Echtheit zweifelhaft ist, datiert auf Salzburg, 1767, und schlicht für Clavier (Tasteninstrument) gesetzt [1]. Derselbe Eintrag nennt als überlieferte Quellen mindestens zwei spätere Handschriftenabschriften (eine 1787 datierte Abschrift sowie eine weitere von 1853) und gerade kein eindeutig bestimmtes Autograph [1]. Die deutschsprachige Werkseite ergänzt ein konkretes Detail zum Zustand des Fragments: Es wurde von Leopold Mozart in das Notenbuch von Maria Anna („Nannerl“) Mozart eingetragen und bricht am Ende eines ersten Abschnitts bei einem Wiederholungszeichen ab [2].
1767 lebten die Mozarts nach den langen Reisejahren wieder in Salzburg, und Wolfgang – noch ein Kind – schrieb neben anderen Gelegenheitsarbeiten auch kurze Klavierstücke; bei K. 635 jedoch bedeutet die zweifelhafte Zuschreibung, dass es eher als unsicherer Hinweis auf dieses jugendliche Umfeld zu behandeln ist denn als verlässlich authentifiziertes „frühes Meisterwerk“ [1].
Musikalischer Inhalt
Erhalten ist offenbar nur der Anfang eines knappen binären Phrasenaufbaus (ein „erster Teil“, der mit einer Wiederholung endet), in G-Dur, für Soloklavier notiert und abgebrochen, bevor eine vervollständigende Fortsetzung überliefert ist [2]. Selbst in diesem rudimentären Zustand deutet die notierte Wiederholung am Ende des ersten Abschnitts auf ein didaktisches Spiel-und-Wiederholungsformat hin, wie es aus Notenbüchern der Mitte des 18. Jahrhunderts vertraut ist – Musik, die am Instrument rasch erfasst werden sollte und eher das Ohr für Kadenz und Symmetrie schult, als eine große Form zu entfalten [2].
[1] International Mozarteum Foundation (Köchel Verzeichnis): KV 635 — catalog entry with status (doubtful), dating (Salzburg, 1767), instrumentation, and listed copy sources (1787, 1853).
[2] International Mozarteum Foundation (Köchel Verzeichnis, German page): notes on Leopold Mozart’s entry in Nannerl’s notebook and that the fragment breaks off at the end of the first section with a repeat sign.