K. Anh.A 47.01

Notturno in F-Dur, „Due pupille amabili“ (K. Anh.A 47.01 / K. 439)

沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Das Notturno „Due pupille amabili“ (K. Anh.A 47.01 / K. 439) ist ein kurzes italienisches Terzett für zwei Soprane und Bass, mit drei Bassetthörnern besetzt, und wird mit Wien in den späten 1780er Jahren in Verbindung gebracht. Es ist als Teil einer mit Gottfried von Jacquin verknüpften Sammlung überliefert; genaue Autorschaft und Chronologie sind jedoch nicht verlässlich dokumentiert.

Hintergrund und Kontext

„Due pupille amabili“ ist als weltliches notturno überliefert (ein kleinformatiges Abendstück für die häusliche Aufführung) für zwei Soprane, Bass und drei Bassetthörner in F-Dur [1]. Im Köchel-Eintrag des Mozarteums wird es mit einem Satz „Sei Notturni“ verknüpft, der der Gräfin Hortensia d’Hatzfeld gewidmet ist und außerdem eine Widmung mit Nennung von Gottfried von Jacquin trägt – was eher auf eine gemeinschaftliche oder zumindest vermittelte Überlieferung hindeutet als auf eine geradlinige, vollständig autographe Mozart-Veröffentlichung [1].

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Der gleiche Eintrag verweist zudem auf eine spätere Wiener Datierung (1787–1788) und nennt ausdrücklich Jacquin als „Composer“ und Mozart als „Arranger“ [1]. Einige Nachweisverzeichnisse führen gleichwohl ein früheres, ungefähres Datum (ca. 1783) an [2]. In jedem Fall verortet die Besetzung das Werk eindeutig in jener Wiener Klangwelt, in der Bassetthörner (im Umfeld Mozarts besonders geschätzt) für intime, gesellige Hausmusik kultiviert wurden.

Musikalischer Charakter

Auf dem Papier erscheint das Stück als ein kompaktes, lyrisches Ensemblestück: Die drei Stimmen bewegen sich überwiegend in klarer, homophoner Deklamation (gemeinsamer Textrhythmus), mit kurzen Momenten der Imitation und echogleichen Einsätzen – als wäre es ebenso für versierte Amateure wie für Profis gedacht [3]. Der Text („Due pupille amabili…“) ist ein konventionelles galantes Kompliment, und die Vertonung setzt auf anmutige, konsonante Schreibweise statt auf theatralische Kontraste – bestens geeignet für einen späten Salonabend.

Die drei Bassetthörner liefern die charakteristische Farbe: warme Klanglichkeiten der Mittellage und gehaltene Harmonien, die die Sängerinnen und den Bass tragen; häufig wirkt das Ensemble eher wie ein sanfter Bläserchor denn wie eine orchestrale Begleitung [1]. Wie auch immer die genaue Arbeitsteilung zwischen Jacquin und Mozart ausgesehen haben mag: Das Ergebnis ist eine reizvolle Miniatur, in der vokaler Charme und der Timbre der Bassetthörner die Hauptargumente sind – eher ein verfeinerter geselliger „Moment“ als ein Werk, das auf großes formales Drama zielt.

[1] Stiftung Mozarteum Salzburg, Köchel-Verzeichnis entry for “Due pupille amabili” (Anh. A 47,01): scoring, key, dating note, and person attributions (Jacquin / Mozart).

[2] IMSLP work page for “Due pupille amabili” (K. 439 / Anh. A 47/01): widely circulated catalog identifiers and alternate dating claims.

[3] IMSLP PDF score (vocal parts) for “Due pupille amabili”: confirms ensemble layout and notational character.