Notturno in F-Dur, âDue pupille amabiliâ (K. Anh.A 47.01 / K. 439)
von Wolfgang Amadeus Mozart

Das Notturno âDue pupille amabiliâ (K. Anh.A 47.01 / K. 439) ist ein kurzes italienisches Terzett fĂŒr zwei Soprane und Bass, mit drei Bassetthörnern besetzt, und wird mit Wien in den spĂ€ten 1780er Jahren in Verbindung gebracht. Es ist als Teil einer mit Gottfried von Jacquin verknĂŒpften Sammlung ĂŒberliefert; genaue Autorschaft und Chronologie sind jedoch nicht verlĂ€sslich dokumentiert.
Hintergrund und Kontext
âDue pupille amabiliâ ist als weltliches notturno ĂŒberliefert (ein kleinformatiges AbendstĂŒck fĂŒr die hĂ€usliche AuffĂŒhrung) fĂŒr zwei Soprane, Bass und drei Bassetthörner in F-Dur [1]. Im Köchel-Eintrag des Mozarteums wird es mit einem Satz âSei Notturniâ verknĂŒpft, der der GrĂ€fin Hortensia dâHatzfeld gewidmet ist und auĂerdem eine Widmung mit Nennung von Gottfried von Jacquin trĂ€gt â was eher auf eine gemeinschaftliche oder zumindest vermittelte Ăberlieferung hindeutet als auf eine geradlinige, vollstĂ€ndig autographe Mozart-Veröffentlichung [1].
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Der gleiche Eintrag verweist zudem auf eine spĂ€tere Wiener Datierung (1787â1788) und nennt ausdrĂŒcklich Jacquin als âComposerâ und Mozart als âArrangerâ [1]. Einige Nachweisverzeichnisse fĂŒhren gleichwohl ein frĂŒheres, ungefĂ€hres Datum (ca. 1783) an [2]. In jedem Fall verortet die Besetzung das Werk eindeutig in jener Wiener Klangwelt, in der Bassetthörner (im Umfeld Mozarts besonders geschĂ€tzt) fĂŒr intime, gesellige Hausmusik kultiviert wurden.
Musikalischer Charakter
Auf dem Papier erscheint das StĂŒck als ein kompaktes, lyrisches EnsemblestĂŒck: Die drei Stimmen bewegen sich ĂŒberwiegend in klarer, homophoner Deklamation (gemeinsamer Textrhythmus), mit kurzen Momenten der Imitation und echogleichen EinsĂ€tzen â als wĂ€re es ebenso fĂŒr versierte Amateure wie fĂŒr Profis gedacht [3]. Der Text (âDue pupille amabiliâŠâ) ist ein konventionelles galantes Kompliment, und die Vertonung setzt auf anmutige, konsonante Schreibweise statt auf theatralische Kontraste â bestens geeignet fĂŒr einen spĂ€ten Salonabend.
Die drei Bassetthörner liefern die charakteristische Farbe: warme Klanglichkeiten der Mittellage und gehaltene Harmonien, die die SĂ€ngerinnen und den Bass tragen; hĂ€ufig wirkt das Ensemble eher wie ein sanfter BlĂ€serchor denn wie eine orchestrale Begleitung [1]. Wie auch immer die genaue Arbeitsteilung zwischen Jacquin und Mozart ausgesehen haben mag: Das Ergebnis ist eine reizvolle Miniatur, in der vokaler Charme und der Timbre der Bassetthörner die Hauptargumente sind â eher ein verfeinerter geselliger âMomentâ als ein Werk, das auf groĂes formales Drama zielt.
[1] Stiftung Mozarteum Salzburg, Köchel-Verzeichnis entry for âDue pupille amabiliâ (Anh. A 47,01): scoring, key, dating note, and person attributions (Jacquin / Mozart).
[2] IMSLP work page for âDue pupille amabiliâ (K. 439 / Anh. A 47/01): widely circulated catalog identifiers and alternate dating claims.
[3] IMSLP PDF score (vocal parts) for âDue pupille amabiliâ: confirms ensemble layout and notational character.




