K. Anh.A 47.02

Notturno für zwei Soprane und Bass „Se lontan ben mio, tu sei“ (K. Anh.A 47.02)

di Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Das Notturno „Se lontan ben mio, tu sei“ (K. Anh.A 47.02) ist ein kurzes vokales Fragment in Es-Dur aus der Zeit um 1783, das mit unsicherer (und häufig bezweifelter) Zuschreibung an Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) überliefert ist. Für zwei Soprane und Bass mit Bläsern gesetzt, gehört es zur intimen Wiener Hausmusik, wie sie in Mozarts Umfeld in seinen späten Zwanzigern gepflegt wurde.

Hintergrund und Kontext

Um 1783—Mozart war 27 Jahre alt und hatte sich in Wien gerade als freischaffender Komponist und Pianist etabliert—zirkulierten kleinformatige vokale Ensembles (notturni) zur Aufführung in Privathäusern. „Se lontan ben mio, tu sei“ ist als kurzes Fragment erhalten und wird als K. Anh.A 47.02 (auch als K. 438 anzutreffen) katalogisiert; in modernen Nachschlagewerken gilt die Zuschreibung an den Komponisten als zweifelhaft.[1]

As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.

Der Text ist italienisch und beginnt mit dem Incipit „Se lontan ben mio, tu sei“. Einige Sekundärkataloge bringen das Gedicht mit Pietro Metastasio in Verbindung, während andere Zuschreibungen (auch solche aus älteren oder abgeleiteten Verzeichnissen) das Stück dem Jacquin-Kreis zuordnen; in jedem Fall nennt die erhaltene musikalische Quelle weder einen verlässlich dokumentierten Anlass noch eine Erstaufführung oder Widmung.[1]

Musikalischer Charakter

Mit Sicherheit lässt sich vor allem das sagen, was „auf dem Papier“ steht. Das Fragment steht in Es-Dur und ist für drei Stimmen (zwei Soprane und Bass) mit Bläserbegleitung geschrieben—in der modernen Katalogisierung der Partitur aufgeführt als zwei B-Klarinetten und Bassetthorn—ein weicher, gut verschmelzender Klang, der sich für abendliche Hausmusik eignet.[1]

Innerhalb seines winzigen Umfangs deutet die Satzweise auf eine terzetto-Manier: Die Oberstimmen bewegen sich meist eng koordiniert, während der Bass die Harmonik trägt; so entsteht eine dialogische, anmutig ausbalancierte Vokalfaktur, wie man sie aus Mozarts gesicherten Ensembles kennt—doch der fragmentarische Zustand und die unsichere Autorschaft legen Zurückhaltung bei stilistischen Schlussfolgerungen nahe.[1]

[1] IMSLP work page with catalog numbers (K.438 / K. Anh.A 47/02), key (E♭ major), scoring (2 sopranos, bass, 2 clarinets, basset horn), date (1783), and fragment status.