K. Anh.A 46

Bearbeitung von 5 Fugen von J. S. Bach (K. Anh.A 46)

av Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Mozarts Bearbeitung von 5 Fugen von J. S. Bach (K. Anh.A 46), 1782 in Wien entstanden, überträgt fünf Fugen aus Bachs Wohltemperiertem Klavier auf ein Streichquartett. Die Arbeit, die Mozart mit 26 Jahren anfertigte, spiegelt sein intensives, praxisnahes Studium barocker Kontrapunktik in den Monaten nach seiner Ankunft in der kaiserlichen Hauptstadt wider.

Hintergrund und Kontext

In Wien vertiefte sich der 26-jährige Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) im Jahr 1782 in die Musik Johann Sebastian Bachs und anderer „gelehrter“ Komponisten – als Teil seines umfassenderen Bestrebens, seine kontrapunktische Kunst weiter auszubilden. Dieses Interesse ist in seiner Korrespondenz aus dieser Zeit belegt und steht in engem Zusammenhang mit privaten Musizierkreisen der Stadt [2]. Der Werkverzeichniseintrag des Mozarteums zu K. Anh.A 46 datiert die Sammlung auf 1782 und verweist auf eine erhaltene autographe Partitur – ein Hinweis darauf, dass zumindest Zusammenstellung und Besetzung in der überlieferten Gestalt in Mozarts Wiener Jahre fallen [1].

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Musikalischer Charakter

K. Anh.A 46 umfasst fünf Bach-Fugen in einer Bearbeitung für Streichquartett (zwei Violinen, Viola, Violoncello) [1]. Die einzelnen Stücke sind ausdrücklich mit Fugen aus Das Wohltemperierte Klavier verknüpft; der Katalog des Mozarteums nennt als Vorlagen BWV 871, 876, 878, 877 und 874 [1]. Ein Beispiel – die zweite Fuge – wird auf BWV 876 zurückgeführt und im Katalog als Es-Dur angegeben. Das unterstreicht, dass die Sammlung Bachs tonale Anlage bewahrt, während sie den Tasten-Kontrapunkt in vier klar voneinander abgegrenzte Streicherstimmen überträgt [3]. Als Kammermusik lädt die Bearbeitung dazu ein, Themeneinsätze und Stretti mit ungewöhnlicher Deutlichkeit zu verfolgen: Linien, die unter den Fingern auf einer Klaviatur verschwimmen können, werden zu dialogischen Strängen, die sich im Ensemble verteilen.

[1] Internationale Stiftung Mozarteum (Köchel Verzeichnis): work entry for KV Anh. A 46, including date (1782), instrumentation (string quartet), autograph transmission, and BWV correspondences.

[2] Boston Baroque program note: Mozart’s 1782 Bach/Handel studies in Vienna (van Swieten circle) and the context for his fugue arrangements.

[3] Internationale Stiftung Mozarteum (Köchel Verzeichnis): detailed entry for KV Anh. A 46/02, linking it to BWV 876 and giving key and quartet scoring.