Notturno fĂŒr zwei Soprane und Bass in F, âEcco quel fiero istanteâ (K. Anh.A 47.03)
von Wolfgang Amadeus Mozart

Das Notturno âEcco quel fiero istanteâ (K. Anh.A 47.03) ist ein kurzes weltliches EnsemblestĂŒck in F-Dur, das gewöhnlich Wien (um 1783) zugeschrieben wird und ohne gesicherten autografen Nachweis ĂŒberliefert ist. Obwohl es lange mit Wolfgang Amadeus Mozart (1756â1791) in Verbindung gebracht wurde, ist die Autorschaft auch angezweifelt worden; der Text wird ĂŒber Gottfried von Jacquin mit Mozarts Umfeld verknĂŒpft.
Hintergrund und Kontext
âEcco quel fiero istanteâ findet sich in jener kleinen Gruppe Wiener Notturni fĂŒr Singstimmen mit Bassetthorn-Trioâeinem intimen, spĂ€tabendlichen Genre, das eher in der hĂ€uslichen Musikpflege als im Theater beheimatet war. Die moderne Katalogisierung setzt dieses StĂŒck meist ins Jahr 1783 (Wien), als Mozartâfrisch verheiratet und dabei, sich als freischaffender Komponist und Pianist zu etablierenâim Salon wie auch im bĂŒhnennahe(n) Konzertleben intensiv mit italienisch geprĂ€gtem Vokalstil befasst war.[1][2]
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Die Zuschreibung ist jedoch nicht gesichert: Das Werk ist weithin unter Mozarts Namen verbreitet, doch die erhaltene Ăberlieferung liefert nicht jene eindeutige Absicherung durch PrimĂ€rquellen (vor allem ein Autograf), die die Autorschaft ĂŒber jeden Zweifel erheben wĂŒrde. Am sichersten ist es daher, das StĂŒck als traditionell mozartisch zu betrachtenâbei gleichzeitiger Anerkennung des wissenschaftlichen Vorbehalts.[1]
Musikalischer Charakter
Besetzt mit zwei Sopranen und Bass sowie drei Bassetthörnern (in F), ist das Notturno ein einziger, knapp gehaltener Satz mit der Tempobezeichnung Andante im 3/4-Takt; der italienische Text (auch unter dem Titel âLa partenzaâ bekannt) entfaltet sich als zĂ€rtlicher Abschied.[2]
Auf dem Papier liefern die drei Bassetthörner eine dunkle, gepolsterte Harmonieâeher wie ein sanft leuchtendes Orgelregister als ein opernhaftes OrchesterâĂŒber der die drei Stimmen als eng verzahntes Ensemble singen, nicht als Solisten zur Schau. Die Vokalfaktur bevorzugt ausgewogene Phrasen und eine klare kadenzielle Gliederung in F-Dur: Die Bassstimme verankert den Satz, wĂ€hrend die beiden Soprane hĂ€ufig in konsonanter ParallelfĂŒhrung und sanfter Imitation verlaufenâinsgesamt angelegt auf kultivierte Klangmischung und deutliche Diktion statt VirtuositĂ€t.[2]
[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for K. Anh.A 47.03 (âEcco quel fiero istanteâ) with scoring and attribution context.
[2] IMSLP work page for âEcco quel fiero istante,â K. 436 / K9 Anh.A 47.03: key, date ca. 1783, instrumentation (2 sopranos, bass, 3 basset horns), and public-domain score access.




