K. Anh.A 47.03

Notturno für zwei Soprane und Bass in F, „Ecco quel fiero istante“ (K. Anh.A 47.03)

de Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Das Notturno „Ecco quel fiero istante“ (K. Anh.A 47.03) ist ein kurzes weltliches Ensemblestück in F-Dur, das gewöhnlich Wien (um 1783) zugeschrieben wird und ohne gesicherten autografen Nachweis überliefert ist. Obwohl es lange mit Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Verbindung gebracht wurde, ist die Autorschaft auch angezweifelt worden; der Text wird über Gottfried von Jacquin mit Mozarts Umfeld verknüpft.

Hintergrund und Kontext

„Ecco quel fiero istante“ findet sich in jener kleinen Gruppe Wiener Notturni für Singstimmen mit Bassetthorn-Trio—einem intimen, spätabendlichen Genre, das eher in der häuslichen Musikpflege als im Theater beheimatet war. Die moderne Katalogisierung setzt dieses Stück meist ins Jahr 1783 (Wien), als Mozart—frisch verheiratet und dabei, sich als freischaffender Komponist und Pianist zu etablieren—im Salon wie auch im bühnennahe(n) Konzertleben intensiv mit italienisch geprägtem Vokalstil befasst war.[1][2]

As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.

Die Zuschreibung ist jedoch nicht gesichert: Das Werk ist weithin unter Mozarts Namen verbreitet, doch die erhaltene Überlieferung liefert nicht jene eindeutige Absicherung durch Primärquellen (vor allem ein Autograf), die die Autorschaft über jeden Zweifel erheben würde. Am sichersten ist es daher, das Stück als traditionell mozartisch zu betrachten—bei gleichzeitiger Anerkennung des wissenschaftlichen Vorbehalts.[1]

Musikalischer Charakter

Besetzt mit zwei Sopranen und Bass sowie drei Bassetthörnern (in F), ist das Notturno ein einziger, knapp gehaltener Satz mit der Tempobezeichnung Andante im 3/4-Takt; der italienische Text (auch unter dem Titel „La partenza“ bekannt) entfaltet sich als zärtlicher Abschied.[2]

Auf dem Papier liefern die drei Bassetthörner eine dunkle, gepolsterte Harmonie—eher wie ein sanft leuchtendes Orgelregister als ein opernhaftes Orchester—über der die drei Stimmen als eng verzahntes Ensemble singen, nicht als Solisten zur Schau. Die Vokalfaktur bevorzugt ausgewogene Phrasen und eine klare kadenzielle Gliederung in F-Dur: Die Bassstimme verankert den Satz, während die beiden Soprane häufig in konsonanter Parallelführung und sanfter Imitation verlaufen—insgesamt angelegt auf kultivierte Klangmischung und deutliche Diktion statt Virtuosität.[2]

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for K. Anh.A 47.03 (“Ecco quel fiero istante”) with scoring and attribution context.

[2] IMSLP work page for “Ecco quel fiero istante,” K. 436 / K9 Anh.A 47.03: key, date ca. 1783, instrumentation (2 sopranos, bass, 3 basset horns), and public-domain score access.