K. Anh.A 47.04

Notturno für zwei Soprane und Bass „Mi lagnerò tacendo“ (G-Dur), K. Anh.A 47.04

av Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Das Notturno (Trio) „Mi lagnerò tacendo“ (K. Anh.A 47.04; auch als K. 437 geführt) ist ein kurzes Wiener Vokalstück, vermutlich um 1783 entstanden, auf einen Text, der mit Gottfried von Jacquin in Verbindung gebracht wird. Für zwei Soprane und Bass mit Bläserbegleitung gesetzt, gehört es zur kultivierten häuslichen Musizierpraxis der Wiener Mozart-Jahre – auch wenn die Urheberschaft nicht gesichert ist.

Hintergrund und Kontext

Um 1783 in Wien war Mozart (27 Jahre alt) frisch verheiratet und zunehmend aktiv in privaten Kreisen, in denen man neben den großen öffentlichen Gattungen auch die intime vokale Ensemblemusik schätzte. „Mi lagnerò tacendo“ ist als Notturno (ein Nachtstück für Stimmen mit Instrumenten) für zwei Soprane und Bass überliefert und wird in modernen Katalogen Gottfried von Jacquin als namentlich genannter Dichter bzw. dem Text zugeordneter Vertrauter zugeschrieben, während Mozart traditionell als Komponist gilt.[1] Da die Überlieferung des Werks schmal ist und die Zuschreibung in modernen Referenzverzeichnissen als zweifelhaft behandelt wird, versteht man es am besten als Dokument aus Mozarts Umfeld – nahe der musikalischen Salon- und Hauskultur der Familie Jacquin – und weniger als ein sicher authentifiziertes „Hauptwerk“.[1]

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Musikalischer Charakter

Die Besetzung ist charakteristisch: drei Singstimmen (S, S, B) mit Begleitung durch zwei Klarinetten und Bassetthorn, was einen weich gezeichneten, warmen Klang ergibt, der sich hervorragend für ein abendliches Notturno eignet.[1] In G-Dur erscheint das Stück als knappes, lyrisches Ensemblestück („Terzett“), in dem die Soprane häufig in konsonanter Partnerschaft über einem tragenden Bass geführt werden – eher gesprächsnah als opernhaft und auf Klangmischung statt auf virtuose Zurschaustellung angelegt.[2] Der Text Mi lagnerò tacendo („Ich werde schweigend klagen“) legt eine zurückgenommene Affektlage nahe; entsprechend bevorzugt die Satzweise geschmeidige Phrasen und eine intime Dynamikwelt, wobei Klarinetten und Bassetthorn die vokale Harmonie färben, statt mit ihr zu konkurrieren.[3]

[1] Mozarteum (Köchel Catalogue Online): KV Anh. A 47,04 work entry with scoring and catalogue context.

[2] IMSLP work page: “Mi lagnerò tacendo”, K. 437/Anh.A 47/04 (metadata, available scores/parts).

[3] LiederNet: text listing for Mozart’s Sechs Nocturnos including “Mi lagnerò tacendo” (text source noted).