Notturno für zwei Sopranstimmen und Bass in F-Dur „Luci care, luci belle“ (K. Anh.A 47.05)
볼프강 아마데우스 모차르트 작

Das Notturno (Terzett) „Luci care, luci belle“ (K. Anh.A 47.05) ist ein kurzes vokales Kammerstück in F-Dur, das vermutlich für privates Musizieren im Wien der späten 1780er Jahre gedacht war. Obwohl es bisweilen mit Gottfried von Jacquin in Verbindung gebracht und im Umkreis der sogenannten Sei notturni überliefert wird, bleiben genaue Autorschaft und Datierung des Werks ungewiss.
Hintergrund und Kontext
„Luci care, luci belle“ gehört zu einer kleinen Gruppe weltlicher Notturni für drei Singstimmen mit Bläserbegleitung, die mit Mozarts Wiener Umfeld und insbesondere der Familie Jacquin verbunden sind, mit der er befreundet war. Die moderne Katalogisierung am Mozarteum führt das Werk als Notturno (Terzett) für zwei Soprane und Bass mit drei Bassetthörnern, in F-Dur, und verortet es allgemein in Wien, 1787–1788 – also später als die ältere, mit der Gruppe bisweilen verknüpfte Tradition „Wien, 1783?“ nahelegt.[1]
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Der Text wird in älteren Verzeichnissen häufig Gottfried von Jacquin zugeschrieben; der Eintrag des Mozarteums nennt hingegen Pietro Metastasio als Verfasser der Worte und beschreibt Mozarts Anteil als Bearbeiter, während Jacquin als Komponist aufgeführt ist – eine Aufteilung, die die seit Langem bestehende Unsicherheit darüber spiegelt, wie viel dieser Stücke tatsächlich von Mozart stammt.[1] Unabhängig von der genauen Arbeitsverteilung ist die Besetzung ausgesprochen wienerisch: Der milde, verschleierte Klang der Bassetthörner (tiefe Klarinetten in F) rahmt eine intime, salonhafte Vokaltextur – eher für den privaten Kreis als für die öffentliche, theatrale Bühne.[3]
Musikalischer Charakter
Auf dem Papier wirkt „Luci care, luci belle“ knapp und unkompliziert: ein einziger Satz im Allegretto, angelegt auf klangliche Verschmelzung und einen gleichsam dialogischen Austausch der drei Stimmen statt auf virtuose Zurschaustellung.[2] Die beiden Sopranlinien schreiten häufig in einfühlsamem Parallelgang – als eine duetthafte „Zweiergruppe“ dem Bass gegenüber –, während die Bassetthörner weiche harmonische Polster und einen sanften rhythmischen Impuls beisteuern und so eine nächtliche, serenadenartige Atmosphäre entstehen lassen.[1]
Im Hinblick auf Mozarts Entwicklung fügt sich das Stück (wer auch immer sein Hauptautor ist) stimmig in seine Faszination der 1780er Jahre für Farben der Klarinettenfamilie und häusliche Vokalformen ein: Musik, die den Klang – besonders das dunkle, rohrblattartige Aufblühen der Bassetthörner – als primäres Ausdrucksmittel behandelt und eher auf Anmut, Balance und Erfindung im kleinen Maßstab setzt als auf großangelegte Dramatik.[2]
[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis (KV): work entry with scoring, key, status/authorship roles, and dating.
[2] Kammermusikführer (Villa Musica Rheinland-Pfalz): program-note style overview of the notturni and “Luci care, luci belle”.
[3] IMSLP: score page confirming key, genre grouping, and instrumentation (2 sopranos, bass, 3 basset horns).




