K. Anh.A 57

Mozarts Bearbeitung von Händels *Messiah* (K. Anh.A 57)

沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts Bearbeitung von Händels Messiah (K. Anh.A 57; besser bekannt als Der Messias, K. 572) entstand 1789 in Wien, als er 33 Jahre alt war. Für Aufführungen im kultivierten Kreis des Barons Gottfried van Swieten eingerichtet, zeigt sie Mozart weniger als „Komponisten neuer Musik“ denn als wachen Klassizisten: Er klärt die Satztexturen, aktualisiert die Klanglichkeit und formt Händel für Ohren des späten 18. Jahrhunderts.

Hintergrund und Kontext

Im Wien des Jahres 1789 war Mozart in den privaten Akademien des Barons Gottfried van Swieten aktiv – Konzerten, die älteres Repertoire (vor allem Händel und Bach) in aktualisiertem, „wienerischem“ Gewand pflegten. In diesem Umfeld erarbeitete Mozart eine deutschsprachige Aufführungsfassung von Händels Messiah (HWV 56), allgemein auf 1789 datiert und mit van Swietens deutschem Text verbunden. In der modernen Katalogisierung wird dieses Projekt meist als Der Messias, K. 572 geführt, während der Köchel-Anhang zudem den Eintrag K. Anh.A 57 für die Messiah-Bearbeitungstradition im Umfeld von Mozarts Namen bewahrt.[1][2]

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Was überliefert ist

Die als Mozarts Bearbeitung überlieferten Materialien zeigen eine deutlich „klassische“ Neuinstrumentation von Händels Oratorium: Die Holz- und Blechbläserfarben werden erweitert; Klarinetten treten neben Oboen und Fagotte, und zusätzliches Blech sowie Pauken dienen der Verstärkung von Höhepunkten.[1] Die Dokumentation der Neuen Mozart-Ausgabe verweist auf einen Arbeitsprozess, bei dem ein Kopist zunächst eine Grundpartitur anlegte und Mozart (zumindest einen Teil) der Innenstimmen und der Bläserführung eintrug; auch van Swietens Hand kommt bei textlichen sowie Continuo-bezogenen Details in Betracht.[3]

Das Ergebnis ist nicht bloß eine orchestrale „Überblendung“. Die Bearbeitung wird häufig als Kürzung beschrieben: Ausgewählte Nummern wurden für die geplanten Wiener Aufführungen angepasst, und stellenweise kommt es zu lokaler Neukomposition, bei der Mozarts Ergänzungen und Übergänge Händels Satzbild für zeitgenössische Kräfte und Erwartungen umformen.[1]

Wissenschaftlicher Kontext

Die Wiener Messiah-Bearbeitung von 1789 ist eng mit van Swietens Händel-Renaissance und mit Mozarts weiteren Händel-Adaptionen aus demselben sozial-künstlerischen Netzwerk verbunden. Die überlieferten Quellen deuten jedoch auch auf eine kooperative Überlieferungskette (Kopisten, van Swietens textliche Eingriffe, spätere Kürzungen), sodass der genaue Umfang von Mozarts Anteil innerhalb der tradierten Partitur von Nummer zu Nummer variieren kann.[3] Vor dem Hintergrund von Mozarts eigenem späten Wiener geistlichen und dramatischen Schreiben wirkt die Bearbeitung dennoch charakteristisch: ein Sinn für transparente orchestrale Balance, warmes Bläserkolorit und ein praktischer Instinkt dafür, ältere kontrapunktische Musik in einer neuen akustischen und gesellschaftlichen Situation deutlich zur Geltung zu bringen.

乐谱

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[1] IMSLP work page for Mozart’s Handel arrangement: *Der Messias*, K. 572 (scores, instrumentation listings, editorial notes).

[2] Wikipedia overview of *Der Messias* (Mozart’s 1789 German-language version; association with van Swieten).

[3] Digital Mozart Edition (Mozarteum) PDF: New Mozart Edition, *Handel: The Messiah* (K. 572) — introduction and source/work-process discussion including copyist “raw score,” Mozart’s entries, and van Swieten’s hand.