K. Anh.A 58

Bearbeitung von Händels *Alexander’s Feast* (K. Anh.A 58)

de Wolfgang Amadeus Mozart

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts Bearbeitung von George Frideric Händels Alexander’s Feast (K. Anh.A 58; auch als K. 591 überliefert) gehört zu seiner späten Wiener Beschäftigung mit barockem Chorrepertoire und entstand wohl um Juli 1790. Im Umfeld der privaten Konzerte des Barons Gottfried van Swieten überliefert, liegt die Partitur vor allem als angepasste Aufführungsfassung vor und weniger als originäre „neue“ Komposition.

Hintergrund und Kontext

In Wien im Jahr 1790 – Mozarts vierunddreißigstem Lebensjahr – war er zeitweise damit befasst, Händel für den Kreis um Baron Gottfried van Swieten zu bearbeiten, dessen Privataufführungen das Interesse an älteren Chorwerken in deutscher Übersetzung neu belebten [1]. Die mit Alexander’s Feast verbundene Bearbeitung ist als pragmatische Aufführungspartitur überliefert, die auf früherem gedrucktem Material beruht; Mozarts Anteil konzentriert sich dabei auf ergänzte und revidierte Stimmen, nicht auf eine umfassende Neukomposition [2].

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Da dieser Eintrag im Köchel-Anhang als K. Anh.A 58 erscheint, ist er am besten als Bearbeitung zu verstehen, deren genauer Status (Umfang von Mozarts Hand, Vollständigkeit und die dokumentarische Spur des Auftrags) nicht immer so gesichert ist wie bei Mozarts autographen Kompositionen. Dennoch weisen die erhaltenen editorischen Befunde auf eine in sich stimmige Wiener Aufführungsfassung von Händels zweiteiliger Ode/Kantate Alexander’s Feast, or The Power of Music hin [2].

Musikalischer Charakter

Mit einiger Sicherheit lässt sich beschreiben, welche Art von Eingriff Mozart vornahm. Die Neue Mozart-Ausgabe berichtet, ein Kopist habe nach einem frühen Händel-Druck eine „Rohpartitur“ erstellt; Mozart habe anschließend Bläserstimmen hinzugefügt und stellenweise den Streichersatz verändert – Eingriffe, die in den Faksimiles sichtbar sind und im Vorwort erörtert werden [2].

Zu Beginn ist die Overtura für Streicher mit je paarweise besetzten Flöten, Oboen, Fagotten und Hörnern instrumentiert – eine unverkennbar klassisch geprägte Klangfärbung, die über Händels Gerüst gelegt ist [2]. Spätere Nummern zeigen, wie Mozart die Klangpalette auf den Text und die deutsche Vokalschrift (Ramler nach Dryden) zuschneidet, etwa durch den Einsatz von paarweise geführten Flöten, Klarinetten und Fagotten in der Tenor-Arie bzw. dem Chor „Selig, selig, selig Paar!“ [2]. Im Schlusschor beschreibt das Vorwort Bläser, die Chorlinien im Unisono stützen, sowie ausgehaltene Hornoktaven, die den Gesamtklang anreichern – eine Bearbeitungsstrategie, die für ein Wiener Ensemble die Textdeutlichkeit schärft und die Resonanz erweitert [2].

[1] Digital Mozart Edition (Mozarteum Salzburg), NMA X/28/1/3 table of contents for Handel arrangements: Alexander’s Feast (K. Anh. A 58 / K. 591).

[2] Neue Mozart-Ausgabe / New Mozart Edition, Series X, Workgroup 28, Volume 3: Handel: Alexander’s Feast — English preface and facsimile commentary (PDF).