Mozarts Bearbeitung von Händels *Acis und Galathea* (K. Anh.A 56)
de Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Bearbeitung von Händels Acis und Galathea (K. Anh.A 56; häufiger zitiert als K. 566) ist eine Wiener Umarbeitung aus dem Jahr 1788 und steht im Umfeld des Kreises um Baron Gottfried van Swieten. Auch wenn die überlieferten Dokumente einige Katalogdetails offenlassen, zeigt die Partitur selbst, wie Mozart Händels pastorales Drama durch einen spät-18.-jahrhundertlichen deutschen Text und klassizistische Orchesterfarben neu beleuchtet.
Hintergrund und Kontext
In Wien fertigte der 32-jährige Wolfgang Amadeus Mozart 1788 eine Bearbeitung von Händels pastoraler Arbeit Acis and Galatea an, die in deutscher Überlieferung als Acis und Galathea kursiert und mit den Programminteressen von Baron Gottfried van Swieten verbunden ist, der in privaten Wiener Zirkeln Aufführungen von Händel (und Bach) förderte.[1][2]
As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.
Das Werk erscheint in der Neuen Mozart-Ausgabe als Händel-Bearbeitung (dort als K. 566 / Anh.A 56 geführt) und deutet damit eher auf einen praktischen Aufführungstext als auf eine neue Komposition hin: Mozarts Aufgabe bestand darin, Händels Stück für zeitgenössische Besetzung, Sprache und Geschmack spielbar zu machen.[3]
Musikalischer Charakter
Mit Sicherheit lässt sich sagen, dass das Inhaltsverzeichnis der NMA die deutschen Anfänge der einzelnen Nummern überliefert (zum Beispiel „Strebst du nach der zarten Schönen“), was auf eine Abfolge in sich geschlossener vokaler Sätze—Arien und Ensembles—hindeutet, nicht aber auf einen eigenständig konzipierten mozartschen Liedzyklus.[3]
Musikalisch liegt Mozarts Anteil vor allem im Klang (Sonorität) und in der rhetorischen Zuspitzung: Händels Vokalsatz wird durch klassizistische Orchestrierung und ein entsprechendes Zeitmaß neu gerahmt—jene Art von „Aktualisierung“, die Zeitgenossen erwarteten, wenn älteres Repertoire wiederbelebt wurde.[4] Innerhalb von Mozarts Schaffen des Jahres 1788 fügt sich die Bearbeitung in eine breitere Beschäftigung mit kontrapunktischen Vorbildern und mit der Kunst der Neukomposition: die Idiomatik eines anderen Meisters in sich aufnehmen und sie doch in unverkennbar Wienerischem Tonfall sprechen lassen.[1]
[1] Indiana Public Media (Harmonia) — discussion of Mozart’s 1788 arrangement for van Swieten, German translation, and adaptation practices
[2] Boston Baroque programme note — overview of Mozart being commissioned to arrange Handel works for later Viennese taste
[3] Digitale Mozart-Edition (Mozarteum) — Neue Mozart-Ausgabe table of contents for Handel Arrangements: *Acis and Galatea* (K. 566 / Anh.A 56), preserving German number incipits
[4] BBC Classical Music feature — general context on *Acis and Galatea* and later re-scorings, including Mozart’s updating of the scoring




