K. Anh.A 55

Bearbeitung einer Arie fĂŒr Tenor von C. P. E. Bach (K. Anh.A 55)

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Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts Bearbeitung einer Arie fĂŒr Tenor von Carl Philipp Emanuel Bach (K. Anh.A 55) entstand im Februar 1788 in Wien, als der Komponist 32 Jahre alt war. Im Umfang bescheiden, im Geschmack jedoch aufschlussreich, gehört sie zu Mozarts sporadischer BeschĂ€ftigung mit Ă€lterem und zeitgenössischem Repertoire: eher durch praktische Umarbeitung als durch eigenstĂ€ndige Neukomposition.

Hintergrund und Kontext

Im Februar 1788 steht Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Wien zwischen drĂ€ngenden praktischen Sorgen und ungebrochener kompositorischer Ambition; innerhalb weniger Monate wird er die letzten drei Sinfonien (Nr. 39–41) vollenden. Vor diesem Hintergrund erscheint K. Anh.A 55 als eine kleine, zweckgebundene Arbeit: eine Bearbeitung einer Tenor-Arie von Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788), eher fĂŒr den Gebrauch in AuffĂŒhrungen oder im privaten Musizieren bestimmt als als öffentliches Statement.[1]

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Die ĂŒberlieferte Katalogbeschreibung ist ungewöhnlich knapp – in den gĂ€ngigen Verzeichnissen wird keine gesicherte Tonart ĂŒberliefert, und die Quellenlage ist in leicht zugĂ€nglicher Forschungsliteratur kaum erörtert. Am sichersten lĂ€sst sich das Werk daher vor allem als Beleg fĂŒr Mozarts anhaltendes Interesse an stilistischer „Übersetzung“ verstehen: eine Vokalnummer eines anderen Komponisten aufzugreifen und in eine Form zu bringen, die fĂŒr seinen Wiener Kreis praktikabel war.[1]

Musikalischer Charakter

Was sich aus der Identifizierung des Werks mit Sicherheit sagen lĂ€sst, ist begrenzt, aber dennoch aufschlussreich. K. Anh.A 55 ist ein StĂŒck fĂŒr Tenor, und seine Einordnung neben Liedern (Lieder) deutet auf einen intimen vokalen Rahmen hin, nicht auf eine groß dimensionierte Opernszene.[1]

Innerhalb von Mozarts Klangwelt des Jahres 1788 dĂŒrfte eine solche Bearbeitung Entscheidungen ĂŒber die vokale Deklamation (wie eine deutschsprachige, liedhafte Linie auf dem Atem liegt), ĂŒber Tasten- oder Ensemblebegleitung (wie Harmonik und Figuration neu verteilt werden) sowie ĂŒber die Phrasenbalance der Klassik erfordert haben – Bereiche, in denen Mozarts Kunstfertigkeit selbst in kleinsten, praktischen Umarbeitungen oft am deutlichsten hörbar wird. In diesem Sinn gehört K. Anh.A 55 zu seiner Entwicklung nicht durch Neuheit, sondern durch Verfeinerung: dasselbe Ohr fĂŒr Klarheit und expressive Zeitgestaltung, das seine großen Werke des Jahres prĂ€gt, auf eine vergleichsweise stille Seite des Musikmachens angewandt.

[1] Wikipedia — Köchel catalogue entry table including Anh.A 55 (Arrangement of Aria for Tenor by Carl Philipp Emanuel Bach), February 1788, Vienna.