Kanon in C fĂŒr 4 Stimmen in 1, âAlleluiaâ (K. 553)
de Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Kanon in C fĂŒr 4 Stimmen in 1, âAlleluiaâ (K. 553) ist ein knappes, meisterhaft gearbeitetes StĂŒck vokalen Kontrapunkts, das er am 2. September 1788 in Wien in sein eigenes thematisches Verzeichnis eintrug.[1] FĂŒr vier gleiche, unbegleitete Stimmen gesetzt, zeigt es, wie Mozart selbst in den kleinsten âGelegenheitsâ-Gattungen strenge Technik in etwas unmittelbar Singbares und Helles verwandeln konnte.[1]
Hintergrund und Kontext
1788 â Mozarts 32. Lebensjahr â erlebte Wien einen Komponisten, der Musik in jeder GröĂenordnung hervorbrachte, vom Monumentalen bis zum Miniaturhaften. Der vierstimmige Alleluia-Kanon K. 553 gehört zur zweiten Kategorie: ein kurzes, in sich geschlossenes Werk, das dennoch in Anlage und Ăberlieferung vollstĂ€ndig âausgearbeitetâ ist.[1]
As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.
Das Köchel-Verzeichnis (der Katalog des Mozarteums) datiert den Kanon exakt auf Wien, 2. September 1788, und fĂŒhrt ihn als authentisch, erhalten und vollstĂ€ndig.[1] Diese Datierung rĂŒckt ihn zugleich in die NĂ€he einer Gruppe spĂ€ter Kanons â StĂŒcke fĂŒr das praktische Musizieren in privaten Zirkeln, in denen Freunde ohne die Infrastruktur eines Opernhauses oder einer Hofkapelle lesen, singen und sich an kontrapunktischer Erfindung erfreuen konnten.[1]
K. 553 ist nicht âberĂŒhmtâ wie die spĂ€ten Symphonien, doch gerade aus dem Grund, weshalb Mozart den Kanon schĂ€tzte, verdient es Aufmerksamkeit: Es verdichtet Handwerk auf wenige Takte. FĂŒr SĂ€ngerinnen, SĂ€nger und Hörende bieten solche Werke eine unmittelbare Begegnung mit der Technik des Komponisten â Kontrapunkt nicht als akademische Ăbung, sondern als gesellige Musik: schnell zu erlernen, befriedigend zu singen und in der Wirkung von eleganter Klarheit.
Text und Komposition
Der Text ist minimal â schlicht das liturgische Wort âAlleluiaâ (Latein) â und reicht doch aus, um selbst auĂerhalb der Kirche einen kirchlichen Nachklang anzudeuten.[2] Auch der Werk-Eintrag bei IMSLP beschreibt das StĂŒck als einen einzelnen Kanon fĂŒr vier Stimmen, komponiert 1788, in C-Dur, mit lateinischem Text.[2]
Die Quellenhinweise im Mozarteum-Katalog verweisen auf eine autographe Partitur (1788) sowie auf eine Spur spĂ€terer Abschriften und frĂŒher Drucke â ein Hinweis darauf, dass das Werk zirkulierte und bewahrt wurde, statt als flĂŒchtige Notiz zu verbleiben.[1] Das ist fĂŒr eine Gattung, die oft mit informellen AnlĂ€ssen verbunden wird, nicht unwichtig: K. 553 gehört zu jenen kleinen StĂŒcken, deren Dokumentation bestĂ€tigt, dass sie geschĂ€tzt, kopiert und weitergetragen wurden.
Musikalischer Charakter
K. 553 ist ein Kanon âfĂŒr 4 gleiche Stimmenâ â also vier Stimmen, die nacheinander mit derselben Melodie einsetzen und aus einer einzigen Linie ein sich selbst antreibendes Geflecht entstehen lassen.[1] Die Besetzung ist unkompliziert und praktisch:
- Stimmen: 4 gleiche Stimmen (V1, V2, V3, V4), unbegleitet (a cappella)[1]
Im hellen Rahmen von C-Dur schreibt Mozart in einer Weise, die zugleich klar und beschwingt wirkt: Das wiederholte âAlleluiaâ wird weniger zu einem âTextâ, der ausgelegt werden mĂŒsste, als zu einem vokalreichen Klangmaterial, das Mischung, Imitation und rhythmische Lebendigkeit trĂ€gt. Der Reiz liegt darin, wie die EinsĂ€tze ineinandergreifen â wie aus Ăberlagerung Ordnung entsteht â, bis der Hörer das Ganze als einen einzigen, glĂ€nzenden Mechanismus wahrnimmt.
Was diesen kleinen Kanon in Mozarts Ćuvre auszeichnet, ist das Gleichgewicht von ZugĂ€nglichkeit und Disziplin. Kanons können wie RĂ€tsel klingen; K. 553 klingt wie Gesang. In diesem Sinn ist es eine aufschlussreiche spĂ€te Wiener Miniatur: eine Erinnerung daran, dass Mozart neben den öffentlichen Werken, die auf Nachruhm zielten, weiterhin Formen pflegte, die fĂŒr den unmittelbaren Gebrauch bestimmt waren â Musik, geschrieben, um hier und jetzt von realen Stimmen in einem Raum miteinander geteilt zu werden.
As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.
[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel Verzeichnis entry for KV 553 (âAllelujaâ canon): authenticity, dating (Vienna, 02.09.1788), instrumentation, and source/publication notes.
[2] IMSLP work page for *Alleluja*, K. 553: general information (key, year, language, instrumentation) and downloadable score references.









