Rondo für Streichquartett in A-Dur (Fragment), K. 464a
par Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Rondo für Streichquartett in A-Dur (K. 464a) ist ein unvollendeter, finalsatzartiger Satz aus Wien, datiert auf den 11. Januar 1785, der nur als kurzes Particell-Fragment überliefert ist. Wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Streichquartett in A-Dur, K. 464, bietet er einen flüchtigen Einblick in Mozarts Quartettstil im Alter von 29 Jahren: ausgewogen, dialogisch und bereits auf größere formale Bögen hin gedacht.
Hintergrund und Kontext
Anfang 1785 befand sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) auf dem Höhepunkt seiner Wiener Laufbahn – er schrieb anspruchsvolle Kammermusik neben den Klavierkonzerten, die ihn im Konzertleben der Stadt berühmt machten. Der Quartettsatz in A (K. 464a) ist in Wien sicher auf den 11. Januar 1785 datiert und ist als unvollendetes Werk für das Standard-Streichquartett (zwei Violinen, Viola, Violoncello) überliefert [1].
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Forschende und Katalogisierende bringen ihn in der Regel mit dem zeitgleichen Streichquartett in A-Dur, K. 464 – einem der sechs „Haydn“-Quartette – in Verbindung und betrachten K. 464a als vorgesehenes alternatives oder zusätzliches Finale; Mozarts genaue Absicht (Ersatz, Anhang oder aufgegebener Entwurf) lässt sich jedoch anhand der erhaltenen Blätter allein nicht belegen [1].
Musikalischer Charakter
Erhalten ist der Beginn eines Satzes vom Rondo-Typ: Musik, die darauf angelegt ist, immer wieder zu einem Hauptrefrain zurückzukehren und dabei in kontrastierende Episoden auszuschweifen. Selbst in fragmentarischer Gestalt ist die Satzweise erkennbar „quartettisch“ und nicht solistisch – Motive werden rasch zwischen den vier Stimmen weitergereicht, und die Mittelstimmen (besonders die Viola) wirken an der thematischen Argumentation mit, statt lediglich die Harmonie auszufüllen – ein Kennzeichen von Mozarts reifem Quartettstil der Mitte der 1780er Jahre [1].
In A-Dur entfaltet das Fragment einen hellen, offenen Klang, der sich gut für einen Schlusssatz eignet: federnde Oberflächenrhythmen und eine klare Phrasierung deuten darauf hin, dass Mozart auf einen heiteren, vorwärtsdrängenden Abschluss zielte. Doch der Text bricht ab, bevor sich der größere Plan bestätigen lässt: Wir können nicht erkennen, wie konsequent Mozart Refrain und Episoden ausbalancieren wollte, noch wie (oder ob) er beabsichtigte, den Satz mit dem vollendeten Finale von K. 464 zu verbinden.
[1] International Mozarteum Foundation (KV Online): work entry for K. 464a with dating (Vienna, 11 Jan 1785), instrumentation, and status as uncompleted/extant.




