Tantum ergo (zweifelhaft), K. 197 â eine kurze Vertonung eines eucharistischen Hymnus
von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Tantum ergo (K. 197) ist eine kurze Vertonung des lateinischen eucharistischen Textes, die in den Quellen als kleinformatiges Kirchenwerk ĂŒberliefert ist, deren Urheberschaft jedoch zweifelhaft bleibt. Ăblicherweise wird das StĂŒck in D-Dur beschrieben und oft in die frĂŒhen 1770er Jahre datiert (statt sicher auf 1770), ohne dass ein eindeutiger Anlass oder ein bestimmter Kompositionsort bekannt wĂ€re.
Hintergrund und Kontext
Wolfgang Amadeus Mozart (1756â1791) war 1770 im mittleren Teenageralter, reiste mit Leopold Mozart durch Italien und nahm dabei ein breites Spektrum geistlicher und theatralischer Stile auf; die ĂŒberlieferten Dokumente zu Tantum ergo K. 197 verankern das Werk jedoch weder eindeutig in dieser Reise noch in Salzburg oder in einer konkreten liturgischen Feier. Moderne Bezugspunkte betonen stattdessen die problematische Ăberlieferung: K. 197 erscheint in gemeinsamen Quellentraditionen neben einem weiteren Tantum ergo (K. 142), und beide galten lange als von unsicherer AuthentizitĂ€t. Ein Satz spĂ€terer, im 18. Jahrhundert abgeschriebener Stimmen aus dem ehemaligen Benediktinerkloster NeumarktâSt. Veit schreibt das StĂŒck Mozart zu; da jedoch kein Autograph erhalten ist, bleibt die Zuschreibung zweifelhaft statt gesichert. [1]
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Ein praktischer Punkt der Verwirrung hĂ€lt sich in der modernen Katalogisierung: Obwohl einige Datenbanken K. 197 in G-Dur angeben, beschreiben weithin verbreitete AuffĂŒhrungsmaterialien und Bibliotheksverzeichnisse das Werk als D-Dur. [2]
Musikalischer Charakter
In den heute am hĂ€ufigsten verwendeten Quellen ist K. 197 eine kompakte, jubelnde Vertonung mit der Vortragsbezeichnung Allegro (etwa 51 Takte) fĂŒr gemischten Chor (SATB) mit Orchesterbegleitung aus zwei Trompeten, Pauken, Streichern und Orgelcontinuoâein festlicher Klang, wie er mit eucharistischer Andacht und dem sakramentalen Segen verbunden ist. [2] Die Chorstimmen sind ĂŒberwiegend homophon gefĂŒhrt (textnahe Blockharmonik) und auf die VerstĂ€ndlichkeit der beiden Strophen des Hymnus (Tantum ergo / Genitori genitoque) angelegt; die rhetorische Form ist knapp und kadenzbetont, nicht auf ausgreifende Entwicklung. In dieser Hinsicht gehört das StĂŒckâunabhĂ€ngig von seiner tatsĂ€chlichen Autorschaftâin die funktionale Welt der lateinischen Kirchenmusik im Salzburger Raum: weniger auf kontrapunktische Schau als auf unmittelbare zeremonielle Wirkung ausgerichtet.
[1] Carus critical foreword/edition notes discussing doubtful authenticity, sources (NeumarktâSt. Veit parts), and lack of known autograph.
[2] IMSLP work page for Tantum ergo in D major, K. 197/Anh. C 3.05 (instrumentation, tempo, bar count, dating estimate).




