K. 142

Tantum ergo in B-Dur (zweifelhaft), K. 142

di Wolfgang Amadeus Mozart

Miniature portrait of Mozart, 1773
Mozart aged 17, miniature c. 1773 (attr. Knoller)

Tantum ergo in B-Dur (K. 142) ist eine kurze Vertonung des eucharistischen Hymnus, die traditionell Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) zugeschrieben wird, deren Autorschaft jedoch zweifelhaft ist. Weder Entstehungsdatum noch -ort sind verlĂ€sslich bekannt, und das Werk ist vor allem in spĂ€teren Abschriftentraditionen ĂŒberliefert, nicht in einer autographen Partitur.[1]

Hintergrund und Kontext

Die Zuschreibungsgeschichte von K. 142 ist ungewöhnlich verworren. Im 20. Jahrhundert berichtete der Mozart-Forscher Robert MĂŒnster, dass ein alter Satz abgeschriebener Stimmen aus der Abtei Neumarkt–St. Veit (historisch mit den Salzburger Benediktinerkreisen verbunden) K. 142 zusammen mit einem zweiten Tantum ergo (K. 197) ĂŒberliefert und dass beide lange Zeit als zweifelhaft galten.[2] MĂŒnster argumentierte zudem, K. 142 sei grĂ¶ĂŸtenteils identisch mit einem Tantum ergo von Johann Zach (1669–1773) – was nahelegt, dass das sogenannte „Mozart“-StĂŒck in Wirklichkeit Zachs Komposition sein könnte, möglicherweise fĂŒr den lokalen Gebrauch leicht ĂŒberarbeitet.[2]

As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.

Praktisch gesehen passt das StĂŒck dennoch gut in die Welt sĂŒddeutscher und Salzburger Frömmigkeit: Tantum ergo wurde ĂŒblicherweise bei der Benediktion gesungen, und kurze konzertierende Vertonungen – dazu gedacht, festlich zu wirken, ohne die Liturgie zu verlĂ€ngern – zirkulierten weithin in Kloster- und Pfarrarchiven.[2]

Musikalischer Charakter

K. 142 ist eine knappe, strahlende Vertonung in B-Dur, die den Hymnus strophisch behandelt – mit klarer Kadenzen-Gliederung und einem Schwerpunkt auf zeremonieller Brillanz. Die Besetzung in den ĂŒberlieferten Quellen ist fĂŒr Sopransolo und SATB-Chor mit Streichern und Basso continuo, verstĂ€rkt durch zwei Trompeten (clarini) – eine Klanglichkeit, die in der Salzburger Kirchenmusik zu Hochfesten stark verankert ist.[2]

Ein auffĂ€lliges Detail, das MĂŒnster hervorhebt, ist eine ausgedehnte „Amen“-Coda (hinzugefĂŒgtes Material, das die Dauer des Werks erhöht), ein Merkmal, das fĂŒr Zachs ĂŒbrige Tantum ergo-Vertonungen nicht typisch ist; ein derart verstĂ€rkender Schluss lĂ€sst sich als gezielte Steigerung der abschließenden doxologischen Geste verstehen.[2] Auch wenn die Musik nicht gesichert von Mozart stammt, bleibt das StĂŒck ein aufschlussreiches Fenster in jene stilistischen Normen, vor deren Hintergrund Mozarts authentische Salzburger geistliche Werke komponiert und aufgefĂŒhrt wurden.

[1] IMSLP work page: Tantum ergo in B-flat major, K.142/Anh.C 3.04 (source overview, editions, downloads).

[2] Carus Verlag PDF preface/critical commentary (Robert MĂŒnster): source discussion, St. Veit parts, relationship to Johann Zach, scoring, and the added Amen coda.