Divertimento in D-Dur („Salzburger Sinfonie Nr. 1“), K. 136
沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Mozarts Divertimento in D-Dur, K. 136 (1772) ist das erste von drei streng gearbeiteten, ausschließlich für Streicher gesetzten Werken (K. 136–138), die häufig – wenn auch etwas irreführend – unter dem späteren Beinamen „Salzburger Sinfonien“ zusammengefasst werden. In Salzburg geschrieben, als der Komponist 16 Jahre alt war, bündelt es die Rhetorik der italienischen sinfonia zu einem brillanten, konzertant wirkenden Gespräch der Streicher.
Hintergrund und Kontext
Anfang 1772 war Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) wieder in Salzburg, im Dienst des Erzbischofs Sigismund von Schrattenbach, und musste Hofpflichten bereits mit einem zunehmend internationalen musikalischen Horizont vereinbaren, der durch seine Italienreisen geprägt war. Das Divertimento in D-Dur, K. 136 gehört genau in diesen Salzburger Moment: Musik, die praktisch, dankbar und mit den verfügbaren Kräften gut ausführbar sein sollte – und zugleich aufmerksam für die neueste stilistische Politur, die aus Italien herüberkam.
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K. 136 ist der Auftakt eines Triptychons – K. 136 in D, K. 137 in B♭ und K. 138 in F –, dessen Gattungsbezeichnungen lange Zeit fließend waren. In der späteren Tradition erscheinen sie als divertimenti, doch ihre dreisätzige Anlage schnell–langsam–schnell verweist deutlich auf das zeitgenössische Modell der italienischen sinfonia (im Kern ein Opernouvertüren-Entwurf, der ins Konzertleben übertragen wurde). Gerade diese Hybridität macht ihren Reiz aus: Sie können wie „Miniatursinfonien“ für Streicher klingen und sprechen doch mit der Intimität und schnellen Reaktionsfähigkeit von Kammermusik.
Eine moderne editorische Komplikation ist, dass Mozarts Datierung im Autograf ungewöhnlich vage ausfällt („Salisburgo 1772“), und einzelne editorische Arbeiten haben für eine kompliziertere Chronologie plädiert als die geläufige Erzählung „Januar–März 1772“. Dennoch gilt Salzburg 1772 weiterhin als konventionelle Verortung des Werks – und als Kern seiner Identität im Köchelverzeichnis und in der Aufführungstradition [1] [2].
Komposition und Uraufführung
K. 136 ist eindeutig zugeschrieben und gut überliefert; es liegt als vollständiges Werk mit einem in modernen Ausgaben stabilen Text vor. Die genauen Umstände eines Auftrags sind nicht dokumentiert; wie bei vieler Salzburger Freiluft- und höfischer Unterhaltungsmusik könnte es schlicht für den unmittelbaren lokalen Gebrauch entstanden sein – Musik für versierte Streicher in einem höfischen oder akademischen Umfeld, nicht unbedingt für einen singulären, „historischen“ Anlass.
Da für K. 136 üblicherweise keine Uraufführungsdokumente angeführt werden, ist es am sichersten, von der intendierten Funktion statt von einer bekannten Erstaufführung zu sprechen. Klar ist jedoch, wie schnell sich das Stück als flexibel erwies: Es funktioniert kammermusikalisch mit einer Stimme pro Partie, entfaltet aber ebenso mit verdoppelten Stimmen als kompaktes Schaustück für Streichorchester Wirkung – einer der Gründe, warum es im Streicherrepertoire bis heute allgegenwärtig ist [3].
Instrumentation
K. 136 ist ausschließlich für Streicher geschrieben, und gerade diese Klanglichkeit gehört zu seiner Argumentation: Ohne Bläser oder Pauken setzt Mozart auf Artikulation, Register und eine leuchtende D-Dur-Figuration, um „orchestrale“ Wirkung zu erzielen.
Typische Besetzung heute:
- Streicher: Violinen I & II, Viola, Violoncello, Kontrabass (oft als Verdopplung der Cellostimme)
Historisch und textlich steht die Besetzung an der Grenze zwischen Quartettdenken und orchestraler Praxis. Viele Aufführungen behandeln das Stück als „Streichorchester-Musik“, doch seine Klarheit und motivische Ökonomie wirken oft wie Kammermusik, nach außen skaliert – ein Effekt, den man sofort im ersten Satz in dem klaren, sportlichen Dialog zwischen hohen und tiefen Streichern wahrnimmt [3] [4].
Form und musikalischer Charakter
Die drei Sätze bilden einen klassischen Bogen – ein zupackender Beginn, ein lyrisches Zentrum und ein flirrender Schluss – und halten dabei die musikalische Oberfläche fortwährend „in Bewegung“. Was K. 136 unter den frühen, serenadenartigen Werken besonders macht, ist seine Verdichtung: Es gibt kaum Füllmaterial, keine Tänze (keine Menuette) und fast keine Passagen, die bloß „Hintergrund“ wären.
I. Allegro (D-Dur)
Der Kopfsatz strahlt sinfonisches Selbstbewusstsein aus – ohne sinfonische Schwere. Seine thematischen Gedanken sind aus energischen, von den Violinen geführten Mustern gebaut, die sich mit konzertanter Brillanz spielen lassen; zugleich hält Mozart den Satz so transparent, dass die Binnenstimmen Gewicht bekommen. Formal verhält sich der Satz wie eine fokussierte Sonatensatzform (Exposition, Durchführung, Reprise), doch seine Rhetorik ist eher theatralisch: schnelle Stichworte, klare Kadenzen und das Gefühl, dass jede Geste umgehend „sprechen“ muss.
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II. Andante (A-Dur)
Der langsame Satz wechselt in die Dominante (A-Dur) und bietet keine Tragik, sondern Haltung: getragenes Singen, ausgewogene Phrasen und Harmonien, die zu expressiver Schattierung einladen. Hier tritt K. 136s kammermusikalische Identität am deutlichsten hervor. Mit Streicherklang allein muss jede Farbveränderung aus Strichart, Stimmführung und Dynamik entstehen; die Musik belohnt aufmerksam gestaltetes Zusammenspiel mehr als bloße Lautstärke.
III. Presto (D-Dur)
Das Finale ist ein kompaktes Momentumstück – von Ausführenden oft als Perpetuum-mobile-Prüfung der Artikulation beschrieben. Seine Helligkeit ist nicht bloß „heiter“: Mozart nutzt schnelle Figuration und eng koordinierte Einsätze, um ein Gefühl freudiger Dringlichkeit zu erzeugen. Entscheidend ist, dass der Antrieb nicht auf Kosten der Form geht; Kadenzen und Phrasenrückkehr bleiben scharf konturiert, sodass man die Anlage spürt, selbst wenn die Noten vorbeifliegen.
Rezeption und Nachwirkung
Der spätere Beiname „Salzburger Sinfonie Nr. 1“ trifft etwas Wesentliches (die sinfonische Haltung und das schnell–langsam–schnell-Schema) und verzerrt zugleich leicht die ursprüngliche kulturelle Nische des Werks. Es ist keine voll ausgebaute viersätzige Sinfonie mit Bläsern und dem Anspruch des öffentlichen Konzertsaals; eher handelt es sich um ein verfeinertes Salzburger Unterhaltungsstück, das zufällig mit bemerkenswerter Stringenz konstruiert ist. Insofern ist seine Dauerpräsenz leicht zu verstehen: Es ist kurz, dankbar zu spielen und unmittelbar mitteilend.
Historisch ist das Trio K. 136–138 zu einer Art Eingangstor in Mozarts Meisterschaft als Teenager geworden: Musik, die zeigt, wie schnell er italienisches Vorwärtsdrängen aufnehmen und mit Salzburger Klarheit sowie makellosem Streicher-Satz neu formen konnte. Wer Mozart vor allem über spätere Glanzpunkte kennt – Eine kleine Nachtmusik, die reifen Sinfonien, die Wiener Konzerte –, sollte K. 136 als frühes Beispiel seiner Fähigkeit wahrnehmen, „funktionale“ Musik zwingend wirken zu lassen. Dass das Werk bis heute in Konservatorien und in Programmen von Kammerorchestern präsent ist, hat genau damit zu tun: Es schult Ensemble-Disziplin und klingt in der Aufführung doch wie pures Vergnügen [3] [1].
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乐谱
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[1] Mozarteum Foundation Köchel Catalogue entry for K. 136 (genre placement, key, basic work data; NMA linkage)
[2] Henle Blog (2021): discussion of the autograph dating ‘Salisburgo 1772’ and arguments about possible re-dating for K. 136–138
[3] The Cleveland Orchestra program note PDF (Peter Laki): overview of K. 136–138, function and scoring, and their atypical three-movement design among Mozart divertimentos
[4] Deer Valley Music Festival program note: accessible discussion of K. 136’s character and the ‘scaled-up quartet’ idea in performance










