Komödie âDer Salzburger Lump in Wienâ (K. 509b)
von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Der Salzburger Lump in Wien (K. 509b) ist keine Oper im ĂŒblichen Sinn, sondern eine unvollendete komische Skizze â vor allem ein Entwurf fĂŒr Sprechtheater â, die mit Wien im Jahr 1787 verbunden ist, als der Komponist 31 Jahre alt war. Das Ăberlieferte weist auf Mozarts privaten, satirischen Theaterinstinkt in einem Moment hin, in dem seine BĂŒhnenfantasie sonst auf Don Giovanni und dessen Wiener Nachleben konzentriert war.
Hintergrund und Kontext
Mitte 1787 lebte und arbeitete Wolfgang Amadeus Mozart (1756â1791) in Wien und bewegte sich zwischen öffentlichem Komponieren und einer intimeren, improvisatorischen Welt aus Scherzen, Kanons und Theaterskizzen. In diesen Bereich gehört das Fragment mit dem Titel Der Salzburger Lump in Wien (âThe Salzburg rascal in Viennaâ), das in den Quellen als Entwurf zu einem komischen Lustspiel ĂŒberliefert ist und nicht als tatsĂ€chlich aufgefĂŒhrtes, veröffentlichtes BĂŒhnenwerk.[1]
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Mehrere spĂ€tere Autoren bringen die Skizze mit Mozarts Umfeld um den SchĂŒler Franz Jakob FreystĂ€dtler in Verbindung, der in Mozarts GelegenheitsstĂŒcken offenbar unter Spitznamen (unter anderem âStachelschweinâ) satirisch aufs Korn genommen wurde.[2] Der durch diesen Kontext nahegelegte Ton passt zu Mozarts Wiener Neigung, musikalischen und theatralen Witz zu verbinden â gleichwohl sollte Der Salzburger Lump in Wien selbst als persönlicher Entwurf betrachtet werden, nicht als belegter Theaterauftrag.
Was erhalten ist
Was heute gesichert belegt ist, ist eine literarische (Sprechtheater-)Skizze, die mit dem Köchel-Eintrag K. 509b verbunden ist, nicht aber ein Bestand an erhaltenen, auffĂŒhrbaren Einlagen-Nummern. Das kritische Material der Digital Mozart Edition zum Band Songs, Partsongs, Canons spricht ausdrĂŒcklich von âthis sketch KV 509bâ und behandelt es als textliche Einheit, die andernorts vollstĂ€ndig zitiert werden kann â was nahelegt, dass das ĂŒberlieferte Material keine konventionelle Partitur mit festgelegter Besetzung oder Satzfolge ist.[3]
Da unter diesem Titel in den gĂ€ngigen ReferenzkanĂ€len kein verlĂ€sslicher, stabiler musikalischer Text (mit notierten Singstimmen, Instrumentalstimmen oder einer kohĂ€renten Nummernfolge) ĂŒberliefert ist, lĂ€sst sich das Werk hinsichtlich Besetzung, Satzplan oder musikalischem Stil nicht so beschreiben, wie man es bei Mozarts authentischen BĂŒhnenpartituren tun wĂŒrde.
Wissenschaftlicher Kontext
In der Nachschlage- und Forschungsliteratur wird das StĂŒck in der Regel als unvollendeter burlesk-komischer dramatischer Entwurf charakterisiert und zeitlich in Wien um 1787 verortet.[1][2] Eine eigene Studie von Heinz Wolfgang Hamann (erschienen in Acta Musicologica) richtet den Blick auf Mozarts âdramatic draftâ (dramatischer Entwurf) zu Der Salzburger Lump in Wien und bekrĂ€ftigt die Sichtweise, dass es sich primĂ€r um eine theatertextliche Konzeption handelt und nicht um ein fertig ausgearbeitetes musikalisches Werk.[4]
Vor dem Hintergrund von Mozarts dokumentiertem Wiener Schaffen des Jahres 1787 liegt das Hauptinteresse des Fragments weniger in kompositionstechnischer Hinsicht als in der KontinuitĂ€t seiner komischen Theaterfantasie: Neben groĂen, kollaborativen BĂŒhnenprojekten experimentierte Mozart auch â privat und fragmentarisch â mit volkssprachlicher Satire und Charakterzeichnung, die prinzipiell zu musikalischen Einlagen hĂ€tte einladen können, auch wenn solche Musik unter diesem Titel nicht gesichert ĂŒberliefert ist.
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[1] Köchel catalogue entry listing K. 509b as Comedy "Der Salzburger Lump in Wien" (July 1787? Vienna).
[2] K. Steyaert & K. Sprague, "Riddles and Counterpoint: Mozartâs Pupil Franz Jacob FreystĂ€dtler" (PDF), mentioning *Der Salzburger Lump in Wien*, K. 509b, as an unfinished burlesque piece tied to FreystĂ€dtler.
[3] Neue Mozart-Ausgabe / Digital Mozart Edition critical material (English) for *Songs, Partsongs, Canons* (PDF), referencing âthis sketch KV 509b.â
[4] Heinz Wolfgang Hamann, "Mozarts dramatischer Entwurf 'Der Salzburger Lump in Wien'" (Acta Musicologica), via JSTOR record page.








