K. 657

Neun Klavierstücke (zweifelhaft), K. 657

par Wolfgang Amadeus Mozart

Portrait of Mozart aged 13 in Verona, 1770
Mozart aged 13 at the keyboard in Verona, 1770

Die sogenannten Neun Klavierstücke (K. 657), die in manchen Katalogen mit Mailand 1771 in Verbindung gebracht werden, gehören zu einem kleinen Komplex problematischer Quellen im Umfeld von Ascanio in Alba und der dazugehörigen Tanzmusik. Moderne Referenzkataloge führen die Zuschreibung als zweifelhaft, und das überlieferte musikalische Material entspricht nicht ohne Weiteres der Vorstellung eines eigenständigen „Klavier‑Zyklus“.

Was bekannt ist

Trotz des Titels, der in sekundären Verzeichnissen häufig begegnet, bezeichnet K. 657 in der Köchel-Datenbank des Mozarteums fragmentarische Ballettmusik im Zusammenhang mit *Ascanio in Alba* (K. 111) und ist ausdrücklich als Werk zweifelhafter Echtheit gekennzeichnet [1]. Der Eintrag verortet das Material in Mailand, kurz vor der Premiere der festa teatrale im Teatro Regio Ducale am 17. Oktober 1771, als Mozart fünfzehn Jahre alt war [1]. Erhalten ist jedoch keine vollständige Orchesterniederschrift: Die beschriebene Quelle ist im Wesentlichen eine Basslinie (in der Hand eines Kopisten), die zwischen die beiden Akte der autografen Partitur eingefügt wurde, möglicherweise zur Leitung vom Tasteninstrument aus gedacht [1]. In der Korrespondenz der Familie Mozart wird diese Ballettmusik nicht erwähnt; die Datenbank weist daher darauf hin, dass sich Mozarts Urheberschaft nicht bestätigen lässt [1].

Verwirrung entsteht, weil ein separater zweifelhafter Eintrag, K. 658 (Neun Klavierstücke), neun Klavierbearbeitungen orchestraler Tänze überliefert und zwei Sätze mit K. 657 teilt—doch selbst dort bleibt das Verhältnis der Quellen zueinander und Mozarts konkrete Beteiligung unklar [2].

Musikalischer Inhalt

K. 657 wird als Folge von acht kurzen Tanzsätzen für das Ballett beschrieben, gedacht zur Einfügung zwischen die Akte von Ascanio in Alba [1]. Da die überlieferte Schicht im Wesentlichen eine Bassstimme und keine ausgearbeitete Klaviersatz-Textur ist, sind detaillierte stilistische Deutungen nur eingeschränkt möglich; dennoch ist die Funktion klar: knappe, regelmäßig gebaute Phrasen, geeignet für den Bühnentanz und im Einklang mit der mailändischen höfisch-theatralen Praxis, in deren Umfeld Mozarts Auftrag 1771 entstand [1].

[1] Internationale Stiftung Mozarteum (Köchel-Verzeichnis): KV 657, Ballettmusik zu Ascanio in Alba KV 111 (Fragment), status and source description (doubtful authenticity; bass part survives; Milan before 17 Oct 1771).

[2] Internationale Stiftung Mozarteum (Köchel-Verzeichnis): KV 658, Neun Klavierstücke, notes on 20th-century copy, keyboard reductions, shared movements with KV 657, and uncertain relationship/authorship.