Kanon in B♭ für drei Stimmen, „Leck mir den Arsch fein recht schön sauber“ (K. Anh.A 39)
ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Der dreistimmige Kanon „Leck mir den Arsch fein recht schön sauber“ (K. Anh.A 39) ist ein kurzer Kanon in B♭-Dur, der mit Mozarts Wiener Jahren (dat. 1782) und dem geselligen Musizieren nach Feierabend in seinem Umfeld verbunden wird. Der Text ist ausdrücklich obszön; die heutige Forschung bringt die Musik meist mit dem Arzt und Komponisten Wenzel Trnka in Verbindung, während Mozarts Anteil am plausibelsten in dem deutschen Kontrafakt (Ersatztext) liegt. [1] [2]
Hintergrund und Kontext
Trotz gelegentlicher Katalogisierungsaltlasten, die Unkundige leicht in die Irre führen können, handelt es sich nicht um ein liturgisches Stück, sondern um ein privates Scherzstück: einen kompakten dreistimmigen Kanon, der unter jenen kurzen Kanons überliefert ist, die in der geselligen Musikkultur Wiens kursierten. Das Köchel-Verzeichnis der Internationalen Stiftung Mozarteum datiert das Werk auf 1782 und überliefert es mit einer komplexen Quellenlage, zu der auch Abschriften gehören, die Wenzel Trnka ausdrücklich nennen. [1]
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Der Kritische Bericht der Neuen Mozart-Ausgabe weist Trnka als Komponisten aus und beschreibt die für die Edition herangezogene Hauptquelle als Partiturabschrift, die von einer (heute nicht mehr bekannten) Mozart-Kopie abgeleitet ist. Mit anderen Worten: Das Stück fügt sich in Mozarts belegte Praxis als Sammler, Bearbeiter und Weiterverbreiter von Kanons in seinem Kreis ein – auch dort, wo die Urheberschaft der zugrunde liegenden Musik eher anderswo zu suchen ist. [2]
Musikalischer Charakter
Für drei unbegleitete Stimmen in einem einzigen Satz gesetzt, ist der Kanon als straffe, gut singbare Linie gearbeitet, die auf rasches Erfassen und überlappende Imitation zielt – Musik, die von einer Stimme angestoßen und von den anderen sofort „aufgefangen“ werden soll. Notation und Anordnung in den Quellen präsentieren ihn als unkomplizierten geselligen Kanon für drei gleichrangige Stimmen; in der Überlieferung ist mitunter ein alternatives, höfliches Textincipit („Nichts labt mich mehr als Wein“) beigefügt. [1] [3]
Die B♭-Dur-Anlage und die knappe kontrapunktische Grundidee verlagern den Akzent weniger auf harmonische Entwicklung als auf die komische Reibung aus präzisem Zusammenspiel und sprachlichem Timing – eine Ästhetik, die ganz selbstverständlich neben der ernsthafteren kontrapunktischen Arbeit steht, die Mozart in Wien Mitte zwanzig betrieb, hier jedoch auf eine bewusst derbe Pointe für Freunde statt auf den Konzertsaal hin zugespitzt. [2]
[1] International Mozarteum Foundation (Köchel-Verzeichnis): work entry for KV Anh. A 39 with dating, key, instrumentation, and transmission notes.
[2] Neue Mozart-Ausgabe (DME Mozarteum): Kritischer Bericht III/10 (Canons) — source description and attribution notes for KV 233/382d (incl. composer listed as Wenzel Trnka).
[3] IMSLP: general information page for the canon (K.233/382d), confirming key, scoring (3 voices), and alternate title/text tradition.




